You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Dieser Briefwechsel ist das Dokument einer Freundschaft und therapeutischen Beziehung zwischen zwei einflussreichen, aber umstrittenen Pionieren der Psychoanalyse. Als sie sich kennenlernten, war der eine ein prominenter und arrivierter Vertreter der Freudschen Sache, der die unkonventionellen Ansichten des anderen mit großer Skepsis aufnahm, während Freud den Querkopf im »wilden Heer« willkommen hieß. In dem Maße jedoch, wie Freuds Begeisterung für Groddeck abkühlte und auch die übrigen Komitee-Mitglieder sein Auftreten kritisierten, wuchs die Freundschaft zwischen den beiden. Sie blieb im Wesentlichen intakt, selbst als sich Groddeck Ferenczis schließlichem »Sternenflug«, der diesen selbst von Freud entfremdete, weder »anschließen konnte noch wollte« (S. 190). Leider sind mit wenigen Ausnahmen nur Ferenczis Briefe erhalten. Dieser eröffnete sich rückhaltlos, auch was seine Einstellung Freud gegenüber betraf, und verbrachte viele Monate als Patient und Gast in Groddecks Sanatorium, wohin er auch viele seiner Verwandten schickte. Groddecks Part ist schlechter dokumentiert. Auch wenn er sich fallweise von Ferenczi analysieren ließ, dürfte er weniger von sich preisgegeben haben und mehr in der Rolle des Arztes verblieben sein.
Eine erste Ausgabe dieses Briefwechsels