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Die Wiener Psychoanalytische Vereinigung (WPV) beschäftigte sich erstmals mit den Auswirkungen des Nationalsozialismus auf Geschichte, Theorie und Praxis der Psychoanalyse im Rahmen einer Tagung, die im Herbst 2003 an der Universität Wien stattfand und die im hier angezeigten Band dokumentiert wird. Neben den im Mittelpunkt stehenden historischen Untersuchungen wurden die Erfahrungen von Holocaust-Opfern in erster und zweiter Generation einbezogen. Den Anstoß zu der Tagung hatte die österreichische Diskussion um die Entschädigung für Opfer des Nationalsozialismus gegeben.
Im ersten Beitrag erörtert Elke Mühlleitner, gestützt auf eigene Archivrecherchen und auf die Rundbriefe von Otto Fenichel, »Das Ende der psychoanalytischen Bewegung in Wien und die Auflösung der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung«. Danach legt Thomas Aichhorn »Bausteine für eine Chronik der WPV, 1938-1950« vor, eine Grundlagenarbeit, für die er unveröffentlichte Korrespondenzen zwischen August Aichhorn und ehemaligen Wiener Psychoanalytikern wie Kurt R. Eissler verwendet. Die bisherige Meinungs- und Legendenbildung zur Nachkriegsgeschichte der WPV war von der Vorstellung einer »Kontinuität« beherrscht. Demgegenüber stellte A. Aichhorn gegenüber Eissler lapidar fest (S. 53): »Die Analyse hier kann nicht dort anknüpfen, wo im Jahre 1938 aufgehört wurde. Die Menschen und die