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In diesem Jahr feiert LUZIFER-AMOR, die weltweit älteste Zeitschrift zur Geschichte der Psychoanalyse, ihr zwanzigjähriges Bestehen. Passend dazu ist das vorliegende Jubiläumsheft einer der zentralen Gestalten in der Entwicklung unseres Gebiets gewidmet: Kurt Robert Eissler.
Es gibt niemanden, dem die Freud-Forschung so viel zu verdanken hat wie Eissler, und niemanden, der von Freud-Forschern so gescholten wurde wie er. Der Anspruch auf Dankbarkeit ist objektiv-bleibend, kommt aber kaum zur Geltung, die Schelte ist subjektiv-ephemer und drängt sich lautstark nach vorn. Wer in Washington in der Library of Congress die Sammlung der Sigmund Freud Papers benutzt, nimmt deren Verfügbarkeit fraglos hin und denkt nicht an den Mann, der sie aufgebaut hat. Wer jedoch auf einen Hinweis stößt, der den Zugang zu einzelnen Dokumenten versperrt (es werden immer weniger), entflammt in Empörung über ihn, der die Restriktion mit Rücksicht auf Donatoren und Interviewpartner verhängt hat, und schimpft, als ob die Freiheit der Wissenschaft auf dem Spiel stünde und nicht primär das eigene Projekt.
Die Energie, die Eisslers Archiv-Unternehmen antrieb, entsprang seiner unendlichen Wertschätzung für das Genie Freuds. Diese ließ ihn auch immer wieder zur Feder greifen, wenn er fand, dass der Begründer der Psychoanalyse von einem Autor in ein schiefes Licht gerückt wurde. Dass sich die Freud-Biographik jahrzehntelang in einem polarisierten Feld zwischen Idealisierung und Denkmalsturz bewegte, war nicht zuletzt eine Folge seines eifernden, obwohl in der Sache meist gut begründeten Engagements. Und als wäre dies nicht genug, wurde Eissler auch zum exemplarischen Gegner all derer, die für eine weniger rigide Handhabung der psychoanalytischen Technik eintraten, weil er einen der kanonischen Texte zur Begründung der »klassischen«, auf Neutralität des Analytikers abzielenden Technik geschrieben hat.
Durch seine Freud-biographischen Schriften, aber auch durch seine großen Untersuchungen über Goethe od