You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Zum zwanzigjährigen Bestehen des Symposions, das 1987 in Kassel ins Leben gerufen wurde und seit 1996 jährlich in Tübingen stattfindet, überraschten die Veranstalter Gerhard Fichtner und Albrecht Hirschmüller die Teilnehmer nicht nur mit einem Festmenü, sondern auch mit einer kleinen Broschüre, in der sämtliche Programme der zurückliegenden Symposien zusammengestellt waren.
Passend dazu eröffnete Helmut Junker, einer der Gründungsväter der Veranstaltung, den Reigen mit einem Vortrag über Das ungewusste Unbewusste. Zum Bedeutungsspektrum bei Goethe, Schiller und romantischen Dichtern. Als »literarischer Wilderer« präsentierte er nicht nur seine »Beute«, einen eklektischen Überblick zur Rede vom »Unbewussten« in der Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts, sondern erwies sich auch als kundiger »Pfadfinder«. So betonte er, dass sich der Begriff in der Romantik auf naturnahe Vorgänge (»Lebenskraft«) bezog - anders in der Aufklärung, wo damit ein Nichtwissen gemeint war. Erst Freud fasst das Unbewusste konzeptuell, indem er es präzisiert und spezifiziert (»Verdrängung«).
Gudrun Wolfgruber beleuchtete in ihrem Beitrag »Ein Mensch leidenschaftlichen Geistes …«. Anna O. - Bertha Pappenheim (1859-1936): Texturen einer weiblich-jüdischen Moderne und biografische Verwobenheiten vor allem den religiösen Hintergrund der besonderen Verknüpfung von Frauenbewegung und Sozialarbeit in der Lebensund Wirkungsgeschichte Bertha Pappenheims. Durch die Hervorhebung der jüdisch-religiösen Wurzeln nicht nur im individuellen, sondern auch im Kontext der gesellschaftlich-historischen Bedingungen versuchte sie, ein neues Licht auf die Krankengeschichte der Patientin zu werfen, die eine prominente Rolle im Gründungsmythos der Psychoanalyse spielt.
Mit viel Fingerspitzengefühl zitierte Anna Koellreuter: Als Patientin bei Freud 1921 »Aus dem Tagebuch einer Analysandin« - nämlich aus den Aufzeichnungen ihrer eigenen Großmutter, die bei dieser Gelegenheit erstmals öffentlich vorgestellt wurden. Eine kl