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Die vorliegende Bildbiographie, gediegen in der Ausführung, dezent bibliophil gestaltet, enthält neben all den altvertrauten Fotos zahlreiche bisher unveröffentlichte Dokumente und ist die längst überfällige Ergänzung zu den vielen Biographien im In- und Ausland, die über Lou Andreas-Salomé geschrieben wurden. Die Idee zu diesem Projekt und die Ausführung stammen von Ursula Welsch, Mitautorin der ersten, besonders gut recherchierten Biographie , und von Dorothee Pfeiffer, Verwalterin des Andreas-Salomé-Nachlasses, aus dem die Mehrzahl der abgebildeten Fotos und Dokumente stammen.
Sieben Kapitel gliedern das Buch chronologisch; die literarisch formulierten Kapitelüberschriften lassen eine Orientierung an Schwerpunkten der jeweiligen Lebensphase erkennen. Zusätzlich werden sie durch ein dem Alter entsprechendes Porträt von Lou Andreas-Salomé in Passbildformat akzentuiert. Das gibt den Fotos etwas Ikonenhaftes, und zwar nicht nur, weil sie so bekannt sind. Eingeleitet wird jedes Kapitel mit einem biographischen Text, gebührend knapp, gleichwohl hinreichend informativ. Dann folgen die Fotos, Abbildungen, Faksimiles, Postkarten und andere Dokumente - alle drucktechnisch gut aufbereitet, von Welsch und Pfeiffer jeweils mit einer kurzen Legende versehen und mit treffend-interessanten Zitaten unterlegt, die aus Andreas-Salomés Lebensrückblick, aus ihrem unveröffentlichten Tagebuch oder aus Briefen von ihr bzw. an sie stammen. Auf diese Weise laden die Bilder zum Verweilen ein, was ihnen und den Texten zugutekommt, denn so entsteht der für eigenes Nachsinnen und Nachfühlen notwendige Raum. Ein Personenregister und eine Zeittafel (auch hier mit einer bei Zeittafeln offenbar unvermeidbaren Fehlangabe: die Umsiedlung nach Göttingen erfolgte , nicht ) runden den Band ab. Der blass gehaltene geblümte Untergrund des Schutzumschlags könnte in Anlehnung an Andreas-Salomés Tagebucheinbände gewählt worden sein. In Verbindung mit ihrem Porträt - einem Ausschnitt aus dem Verlobungsfoto (