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»Die Literatur des gesamten Jahrhunderts ist ohne ihre Auseinandersetzung mit der Psychoanalyse kaum angemessen zu verstehen«, schreiben die Herausgeber im Vorwort des vorliegenden Bandes. Es ist der erste einer auf fünf Bände konzipierten Reihe, in welcher diese Auseinandersetzung dokumentiert werden soll.1 Eine fünfbändige Reihe (gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft) - das klingt beeindruckend, ist aber dennoch eher ein bescheidenes Projekt, denn es beschränkt sich erstens auf die deutschsprachige Literatur (das heißt z. B.: kein Bloomsbury, kein James Joyce und kein D. H. Lawrence), und es dokumentiert zweitens nur »die üblichen Verdächtigen« (vom dritten Band abgesehen, der den Schriftstellerinnen gewidmet ist), denn da fehlt beispielsweise Johannes R. Becher, der während einer Entziehungskur eine psychoanalytische Ausbildung begonnen hatte und sein Fachwissen auch noch im Moskauer Exil »dokumentierte«, da fehlen Salomon Friedländer (Mynona), Leonhard Frank, Otto Weininger oder Otto Soyka, da fehlt auch die große und bislang kaum erschlossene Riege von Literaten, die zum Kreis um Freud gehörten: Hanns Sachs, Georg Groddeck und Fritz Wittels, die sich als Romanautoren betätigten, da bleibt die kaum weniger interessante Wirkung von Freuds Schriften auf die sog. Unterhaltungsliteratur unbeachtet