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Dass es vorzügliche »Professorenromane« gibt, die vom akademischen Fachwissen ihrer Autoren profitieren, wissen
wir spätestens seit Umberto Eco und Bernhard Schlink. So macht es neugierig, wenn einer der profundesten Kenner des »Göring-Instituts«, der amerikanische Historiker Geoffrey Cocks, einen Roman veröffentlicht mit dem Titel The Institute - womit wirklich das einstige Deutsche Institut für psychologische Forschung und Psychotherapie in der Berliner Keithstraße gemeint ist.
Aber leider, das Institut spielt in dem Buch nur eine Nebenrolle. Mathias Göring kommt zwar vor, auch John Rittmeister, und die beiden Protagonisten, der adlige Abwehroffizier Edmund und die Medizinstudentin Emilie, lernen sich im Luftschutzkeller der Keithstraße kennen, er als Patient Görings, sie als Lehranalysandin. Im Wesentlichen aber handelt der Plot vom Wettlauf um den Bau einer Atombombe zwischen der (realen) Gruppe um Robert Oppenheimer in Los Alamos und einer (fiktiven) Gruppe in Hohenlychen (wo es de facto ein SS-Krankenhaus gab). Edmund ist damit befasst, Oppenheimers Projekt auszuspionieren und zu bekämpfen. Emilie, die bei einer Widerstandsgruppe à la Geschwister Scholl mitmacht, kann ihre Schulfreundin, die Jüdin Rachel, nicht vergessen, die im KZ Ravensbrück das Opfer von Experimenten zu den genetischen Auswirkungen der Radioaktivität wird. Als sie erfährt, dass Edmund etwas mit diesen grauenhaften Dingen zu tun hat, ist die Glücksinsel ihrer Liebe zerstört. Am Ende führt er die Frauen der Widerstandsgruppe durch die Straßenkämpfe in Berlin, bis es ihnen gelingt, einen Prototyp der Atombombe unschädlich zu machen, den die SS im Keller des Göring-Instituts als ein letztes Fanal hatte zünden wollen.
Es ist eine Wohltat, einen amerikanischen Nazi-Reißer zu lesen, in dem Rahmenverhältnisse und Details stimmen, von den Flugzeugtypen, den Deutsch-Brocken und den psychotherapeutischen Fraktionen bis zur Feindschaft zwischen den nationalkonservativen Offizieren der Wehrmacht und der