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Es gibt seit jeher eine enge Verbindung zwischen LUZIFER-AMOR und dem jährlichen Symposion für Geschichte der Psychoanalyse, das 1987 in Kassel gegründet wurde und seit 1996 in Tübingen stattfindet. Beide Einrichtungen sind gleich alt: Kinder der damaligen vibrierenden Stimmung des Aufbruchs in der deutschsprachigen Psychoanalysegeschichte, aus der eine Bewegung erwuchs, die seither viele Früchte getragen hat.
Das wichtigste Zentrum dieser Bewegung ist zweifellos das Tübinger Institut für (Ethik und) Geschichte der Medizin mit den Professoren Gerhard Fichtner und Albrecht Hirschmüller, die das regelmäßige Symposion ausrichten. Als deshalb der Plan auftauchte, im September 2007 den 60. Geburtstag von Albrecht Hirschmüller durch ein Symposium außer der Reihe mit vier geladenen Referenten zu feiern, lag es nahe, die Beiträge in einem speziellen Themenschwerpunkt von LUZIFER-AMOR zu versammeln, als Ausdruck der Wertschätzung und Gratulation. Dass die Veranstaltung wesentlich im Zeichen der »Faszination Freud« stand, war so nicht geplant gewesen, zeigte sich aber im Lauf der Dinge - und hatte dann auch seine Richtigkeit in Bezug auf die Person des Jubilars.
Im ersten Schwerpunkt-Beitrag betrachtet Michael Schröter die Briefe Freuds an seine fünf älteren Kinder. Er findet, dass Freud ein liberaler, durchaus präsenter Vater war: präsent in der zuverlässigen Verfügbarkeit in Krisen- oder Ausnahmesituationen und liberal, insofern er zwar wusste und sagte, was er für richtig hielt, den Kindern aber zugleich Raum für eigenes, abweichendes Denken und Handeln ließ. Die Qualitäten, die er als Vater zeigte, kamen auch seinen Patienten zugute. Den krummen Weg, auf dem sich der Beziehungsaspekt allmählich in der Psychoanalyse durchsetzte, beleuchtet André Haynal. Am Anfang stand die Beobachtung »okkulter« Phänomene z. B. durch Freud und Ferenczi, die dann zunehmend als Äußerungen der Übertragung und Gegenübertragung, aber auch der Identifizierung begriffen wurden, bis sich Formen der