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Als Barriere gegen das Vergessen wurde diese Arbeit geschrieben, sagt Christine Walder in ihrem Nachwort. Auf dem Umschlag des in Braun-Beige gehaltenen Buches sieht man einen älteren Herrn vor seinem biedermeierlich-bürgerlichen Schreibtisch sitzen, der dem Leser, der das Buch in die Hand nimmt, mit ernstem, zugleich ein wenig ängstlichem Blick in die Augen schaut. Dazu passt der Satz des Freud-Schülers, Lehrers und Dichters Emil Lorenz, der als Motto über dem Vorwort steht: Die wir schreiben, wisset, die wir dichten, / nicht für jene tun wir's, die uns richten.
Die »gespaltene Welt«, die den Titel des Buches ergab, wird als eine des Menschen Lorenz, aber auch der Situation Kärntens in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts deutlich. Die politik- und kulturgeschichtlichen Ausführungen über das kleine, südlichste Bundesland, dessen Zugehörigkeit zu Österreich als geschlossene Einheit noch keine hundert Jahre zurückliegt , sind ein besonders spannender Teil der insgesamt sehr sorgfältigen, als Klagenfurter Dissertation verfassten Arbeit. Im Umfeld von Nationalismus, revolutionärem Patriotismus und Provinzialität, den verschiedensten Einflüssen aus den südslawischen und italienischen Grenzgebieten ausgesetzt, mit der Bewunderung und dem entsprechenden Neid der Metropole Wien gegenüber, mit dem Trotz des Kleineren, der seine Eigenständigkeit um so mehr vor sich her trägt, findet sich ein Mensch, den all das prägt - mehr prägt, als dass er selbst zum Prägen beitragen kann. Das ist der verstörende, in mancher Hinsicht natürlich auch entlastende Eindruck, der durch die Lektüre dieses Buchs entsteht: man begegnet einem gebildeten, ernsthaft denkenden und suchenden Menschen, der aber seiner Leidenschaft keine Flügel zu verleihen vermag.
Emil Lorenz, 1889 in Steinfeld in Nieder-Österreich geboren, Volksschule in Wien, Gymnasium in Klagenfurt, studierte in Wien und auch München Philosophie, klassische Philologie und Psychologie. Frühzeitig interessierte er sich für die Psyc