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Die Tochter Erik H. Eriksons schreibt sich frei, als Tochter und als Psychoanalytikerin. Ihr Vater wurde berühmt, als sie 13 war. »Die Aura, die Dad in der Öffentlichkeit umgab, überwältigte und verwirrte mich.« Andere verehrten ihn wie einen Übervater, als Vater war er eher schwierig. Über diese Diskrepanz denkt Bloland nach. Vor allem das Familiengeheimnis der Eriksons machte ihr das Leben schwer. Ein jüngerer Bruder wurde unmittelbar nach der Geburt, weil er behindert war, ins Heim gegeben und für tot erklärt. Obwohl er 21 Jahre alt wurde, lernte die Schwester ihn nie kennen. Die Leugnung des behinderten Kindes hat die Familie nach innen verändert, nach außen durfte es niemand merken. Es bedeutete den Eltern viel, berühmt zu sein, es war der Lebensinhalt. Und es bedeutete ihnen genauso viel, als gute Eltern wahrgenommen zu werden. Beides war für sie mit dem behinderten Kind nicht mehr denkbar.
Die Tochter betrachtet die Kindheit ihrer Eltern. Sie findet, dass beide ungeliebte Kinder waren, und führt ihr heftiges Bemühen, gute Eltern zu sein, darauf zurück. Erik wird als uneheliches Kind geboren, die Mutter muss deshalb ihre Heimat Kopenhagen verlassen und bringt ihren Sohn 1902 in Deutschland als Erik Salomonsen zur Welt. Als er drei Jahre alt ist, heiratet sie den Kinderarzt Theodor Homburger, einen strenggläubigen Juden. Der Stiefvater kann keine warme Beziehung zu Erik gewinnen, die Identität des leiblichen Vaters wird nie gelüftet. Der Junge, der jetzt Erik Homburger heißt, vermutet, dass sein Vater kein Jude war, und erträumt ihn sich als Angehörigen des dänischen Königshauses. In einer schweren Krise kommt er nach Wien, findet über seinen Jugendfreund Peter Blos Anschluss an die Psychoanalyse. Auf einem Wiener Maskenball lernt er seine spätere Frau kennen. Beide gehen nach Amerika. Dort schaffen sie sich eine neue Identität. Den Stiefvater Homburger läßt Erikson zum H. in seinem Namen werden. Als Erik Erikson erschafft er sich neu und selbst: Erik, der Sohn