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Die Reihe Psychoanalyse in Selbstdarstellungen hat für ihren 5. und 6. Band einen neuen Verlag gefunden. Sehr bald
erahnt der Leser die immense herausgeberische Umsicht und Sorgfalt, mit der L. M. Hermanns acht international renommierte Psychoanalytiker gewonnen und im Hintergrund betreut haben muss. Denn diese stellen nicht einfach Kindheit, Jugend und Adoleszenz vor. Sie beschreiben ungeschützt die Bedeutung schicksalhafter familiärer Lebenstatsachen, den Einfluss von Weimarer Republik und Nationalsozialismus mit ihren weltanschaulichen, sozialen und politischen Terrainkämpfen, Verfolgung, Arbeits- und Konzentrationslager, Emigration und Krieg. Sie enthüllen ihr persönliches Ringen um Theologie, Psychologie, Medizin, Kunst und schließlich um die Psychoanalyse nach dem Zweiten Weltkrieg, nach dem Kulturbruch und dem Ruin deutschsprachiger psychoanalytischer Institute. Fazit der Bände: acht Lebensreisen, acht Zeitgemälde aus der dramatischen Kultur-und Sittengeschichte des 20. Jahrhunderts, acht Einträge in das kulturelle Gedächtnis - historische Wahrheit, aus acht individuellen Wahrheiten geknüpft.
Welche Kernstücke werden gleicherweise überall beherzigt? Mit dem Titel knüpft die Reihe an Freuds »Selbstdarstellung« von 1925 an. Im Unterschied dazu geben die Autoren aber keine systematische Darstellung der Entwicklung, der Grundbegriffe und der Technik, des inneren Wachstums und der äußeren Schicksale der Psychoanalyse nach dem Zweiten Weltkrieg, auch keine Darstellung im Sinne eines offiziellen Theoriekorpus. Sie zeigen vielmehr die ausgedehnten subjektgebundenen Teilstücke der Psychoanalyse in der Praxis, die schriftlich bisher nicht hinlänglich tradiert wurden, in der modernen Psychoanalyse jedoch brandaktuell sind. Es sind die von J. Sandler so genannten »impliziten privaten Theorien«. Sie entstehen bei der Anwendung offizieller Theorien und Techniken unter dem Eindruck des konkreten individuellen Analysanden auf den konkreten individuellen Analytiker. Beide ha