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Dass verschiedene Autoren Arbeiten zum gleichen Gegenstand publizieren, ist normal. Verwundert hat mich, dass Eva Baur einen Titel gewählt hat, unter dem bereits eine Publikation zum Thema erschienen ist.1
Meine dadurch begründete Skepsis wich bei der Lektüre bald der Bewunderung. Die Autorin, Kulturhistorikerin und Schriftstellerin, entwirft ein gewinnendes Bild des Menschen Freud, dem man einen wohlwollenden Abstand anmerkt. Dabei sind die behandelten Orte in Wien eher der Aufhänger, um Geschichten zu erzählen, Beziehungen zu analysieren und Entwicklungen zu deuten, als das eigentliche Ziel. So gibt es ein Kapitel mit der Überschrift »Ein genialer Selbstmörder neben Freud in den Schlagzeilen«. Hier werden die direkten und indirekten Beziehungen zwischen Freud und Otto Weininger behandelt, der sich im Schwarzspanierhaus in der Nähe der Bergasse 19 umgebracht hatte und auf dem Matzleinsdorfer Friedhof begraben liegt. In einem anderen Kapitel werden die Schwierigkeiten angedeutet, die Lou Andreas-Salomé und Freud mit Viktor