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Das Buch bringt im Wesentlichen kaum veränderte Nachdrucke von bereits anderswo erschienenen Artikeln bzw. Materialien. Neu hinzugekommen sind nur
eine Einleitung und eine Edition, in englischer Übersetzung, der Freud / Stekel-Korrespondenz.
Es finden sich eine Reihe von interessanten Beobachtungen und Hypothesen, so z. B. dass es Stekel war, der Freud auf Jensens Gradiva aufmerksam machte und meinte, auch erfundene Träume könnten analytisch gedeutet werden (2. Kapitel); dass sich mit der Verbreiterung der psychoanalytischen Bewegung und der Gründung eigener Zeitschriften die Art der innerpsychoanalytischen Auseinandersetzung änderte (»transformation of visibility«: S. 47); oder dass Stekels Sohn die postum herausgegebene Autobiographie seines Vater für »unauthentisch« hielt (S. 93). Neben der Freud/Stekel-Korrespondenz verdient auch der Neuabdruck von Stekels »Zur Geschichte der analytischen Bewegung« Interesse.
Als Klammer für eine Buchpublikation wählten die Autoren das Thema »Marginalisierung und Selbstmarginalisierung« (S. ix): die These, dass die Marginalisierung »vorteilhafte Aspekte für beide, Stekel und Freud«, hatte (S. ix) und dass dieser Zustand von beiden in einem Dialog gemeinsam konstruiert wurde (»co-construction«: S. 114). Das nachträgliche Überstülpen einer Leitidee konnte aber nur notdürftig durchgehalten werden und verdeckt nicht den Kompilationscharakter des Bandes, der zu vielen Überschneidungen und Wiederholungen, teilweise auch zu Widersprüchen führte. So wird einmal der Akzent auf die Originalität und Wichtigkeit von Stekels Anschauungen gelegt (die sogenannten Neo-Freudianer seien z. B. eigentlich »Neo-Stekelianer«: S. 80), während dann wieder behauptet wird, sein Werk stehe »mehr mit dem Freuds im Einklang, als allgemein angenommen« (S. 86 f.). Dabei wird jener Unterschied zwischen Freud und Stekel, der wohl den meisten Sprengstoff in sich birgt, in einer Fußnote begraben: Stekels »Ablehnung des Freudschen Unbewussten«, also »eines Unbewu