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Vielen ist Martha Tausk, wenn überhaupt, primär als Ehefrau des Psychoanalytikers Viktor Tausk bekannt. Sie hat aber vor allem als Politikerin eine Pionierrolle in der Ersten Republik Österreichs gespielt. Mit diesem Band reagiert die Grazer Historikerin Brigitte Dorfer somit nicht nur auf ein Desiderat der Forschung, sondern unternimmt auch einen Versuch gegen das Vergessen.
1881 als Martha Rosa Frisch in Wien geboren, wurde die Tochter ehemaliger Migranten aus dem Osten der Monarchie (der Vater war jüdisch, die Mutter katholisch, die Tochter wurde christlich getauft) schon durch ihre Eltern mit Ideen der Sozialdemokratie und der Frauenbewegung konfrontiert. Neben dem Besuch öffentlicher Schulen von der Volks- bis zur Handelsschule absolvierte sie - damals für Mädchen durchaus unüblich - private Gymnasialkurse. 17-jährig und in der Druckerei ihres Vaters tätig, lernte sie den Jusstudenten aus Sarajevo Viktor Tausk kennen. Gegen den Willen des Vaters setzte sie eine Eheschließung mit ihm durch. 1900 fand die Hochzeit in Wien statt. Der Ehe entstammten zwei Söhne.
Die folgenden Jahre in Wien, Zagreb und Mostar erwiesen sich für das Paar als schwierig. Ausgewählte Passagen aus ihrem Briefwechsel zeugen von permanenten Geldsorgen, beruflicher Unzufriedenheit und Affairen Viktors sowie Gefühlen der Unausgefülltheit und Isoliertheit Marthas und beleuchten die Auseinanderentwicklung der beiden. Dorfner erwähnt hier bekannte Dinge: Viktor Tausks beruflichen Werdegang, seine mäßig erfolgreichen schriftstellerischen