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Zunächst zum Titel: Der »große Zauberer« ist Zitat von Wittels, der schrieb: »Später wurden viele Autoren von diesem großen Zauberer beeinflusst, ich aber zählte zu den ersten.« Und zum Projekt als Ganzem: Beate Petra Kory - zur Zeit Lektorin für Neuere deutsche Literatur an der Universität Temeswar (Rumänien) - verfasste den Text unter Betreuung des Germanisten Wendelin Schmidt-Dengler während eines 18-monatigen Stipendiats in Wien. Wie sie in
der Einführung erklärt, war ihr Ziel, »das komplexe Beziehungsgeflecht, das zwischen Literatur und Psychoanalyse entstanden ist, anhand dreier markanter und zueinander im Gegensatz stehender Positionen zu beleuchten«.
Das Buch selbst las ich mit Interesse und Spannung. Die drei namhaften Gestalten sowie Freud selbst und eine Fülle von »Nebenfiguren« kommen darin akribisch zur Darstellung. Karl Kraus ist zweifellos der Bedeutendste der drei, und so wird der Frage, ab wann er als Gegner der Psychoanalyse zu betrachten ist, viel Raum gewidmet. Demnach sieht es so aus, dass er Freuds Aufdeckung einer verlogenen Sexualmoral zunächst nicht ohne Sympathie gegenüberstand, dann aber - etwa ab 1908 - dessen Texte nicht mehr las und die weitere Entwicklung der Psychoanalyse nur noch durch Dritte verfolgte. Und in dem Maße, wie die Entfremdung der beiden Wiener »Dioskuren« (Korys Ausdruck) zunahm, mehrten sich die polemischen, ebenso virtuosen wie vernichtenden Äußerungen von Kraus über die Psychoanalyse. Wittels' Vortrag »Die Fackel-Neurose« in der Wiener Gruppe um Freud spielte offenbar eine Rolle, obwohl nicht ganz geklärt ist, wann genau Kraus davon hörte. Abgesehen von diesem Angriff eines ehemaligen Fackel-Mitarbeiters und Freundes, fühlte sich Kraus als Dichter aufgerufen, jene Anhänger Freuds, welche die Dichtung als Quelle psychoanalytischer Erkenntnis anzapften, in die Schranken zu fordern. Dass Freud der Veröffentlichung der einschlägigen Studien nichts in den Weg legte, muss ihn empört haben. Letztlich ging es Kraus, neben