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In seiner subtilen Mischung von Funktion und Dysfunktion - denn er hat an beidem teil - stellt uns der Masochismus vor ein Paradox. Der vorliegende Aufsatz nähert sich diesem Paradox durch die Untersuchung eines Aspekts des Masochismus, den zu beobachten oder zu erforschen man nicht oft Gelegenheit hat.2 Die Lebensgeschichte von Johann Peter Eckermann bietet hierzu einiges einschlägiges Material, obwohl die verfügbaren biographischen Daten weniger reichhaltig sein mögen als bei anderen Schriftstellern und Künstlern.
Aber zunächst müssen wir das Paradox des Masochismus betrachten. In jeder seiner drei Formen (erogen, feminin und moralisch) gilt der Masochismus zu Recht als eine der gefährlichsten Bedrohungen des Lebens (Freud 1924c). Seine Überwindung durch Psychoanalyse ist eine der schwierigsten therapeutischen Aufgaben und wird fast unmöglich, wenn er in der heimtückischen Form der negativen therapeutischen Reaktion auftritt.3 Die großen Hindernisse, auf die der Analytiker im therapeutischen Umgang mit dem Masochismus oder mit masochistischen Komponenten stößt, sind das Gegenstück der Selbstzerstörung, mit welcher der Masochismus generell das Leben bedroht.
Aber der Masochismus ist nicht immer destruktiv. Nach Freud ist bei ihm das Lustprinzip außer Kraft gesetzt. Aus dem Kontext dieser Aussage geht hervor, dass hier der biologische Aspekt des Lustprinzips gemeint ist,