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Es ist ein großes Verdienst der ungarischen Herausgebergruppe, diesen aufschlussreichen Briefwechsel für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Er umfasst 42 Stücke, davon allerdings nur drei von Jones.
Jones und Ferenczi waren durch vieles miteinander verbunden: durch ihre Verehrung für Freud und Hingabe an die »Sache«, ihre Mitgliedschaft im Komitee, ihre Zusammenarbeit in der IPV als Führer zweier zentraler Ortsgruppen, durch gegenseitige Besuche und nicht zuletzt durch Jones’ Analyse bei Ferenczi . Andererseits waren sie grundverschieden: hier der Macht- und Arbeitsmensch, Organisator und Propagandist Jones, Autor zahlloser, aber selten origineller Arbeiten; dort der »Schlampen« (Freud) Ferenczi, sprunghaft, wenig verlässlich in organisatorischen Fragen, aber brillant und vor Ideen sprühend, mit vielfältigen Verbindungen zur Budapester Kultur- und Künstlerszene. (»Budapest ist wie immer: enthusiastisch für alles Interessante aber ohne Ausdauer zur tüchtigen Arbeit. Ich fange an zu glauben, dass ich selber zum Typus Budapestiensis gehöre«; S. 33.) In vielerlei Fragen gerieten sie aneinander: machtpolitischen (Präsidentschaft der IPV), berufspolitischen (Laienanalyse), gruppendynamischen (Komitee), theoretischen und behandlungstechnischen oder solchen der Priorität. Dazu kam, dass Freud lange Ferenczi näherstand, um sich dann mehr und mehr der Position von Jones anzunähern.
All dies findet in den Briefen der beiden einen Widerhall, wenn auch eigentümlich gebremst und unter einer Decke meist ausgesuchter Höflichkeit und Freundlichkeit, die nur manchmal den Antagonismus oder gar die Feindseligkeit zu erkennen gibt, die in Äußerungen Dritten gegenüber hervortritt. Darüber hinaus findet man Bemerkungen von allgemein-psychoanalytischem Interesse. So, wenn Ferenczi 1913 meint: »Die Notwendigkeit, sich ethischen Ratschlägen während der Psychoanalyse zu enthalten, muß ich aber schroff aufrechterhalten«, nicht zuletzt bezüglich der »›Erlaubnis‹ außerehelichen Verkehres. De