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Rezensent bekennt, in den 1970er Jahren selbst zur Fangemeinde von Otto Gross gehört zu haben, den bis heute eine Aura umgibt, wie sie innerhalb der psychoanalytischen Bewegung allenfalls noch Sándor Ferenczi, Sabina Spielrein, Wilhelm Reich und Georg Groddeck zufällt. Alle hatten und haben in hohem Maße einen Opfer-, Außenseiter- oder sogar Märtyrerstatus, der ihre z. T. hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen zeitweilig in den Hintergrund treten ließ.
Wenn nun hier der Tagungsband zum 6. Internationalen Otto Gross Kongress kurz vorgestellt wird, ist es angesichts von mehr als 30 Einzelbeiträgen ein hoffnungsloses Unterfangen, deren wissenschaftlichen Wert angemessen würdigen zu wollen. Viele Texte nehmen den Topos Wien zum Ausgangspunkt, andere gehen auf Gross’ schmales wissenschaftliches Oeuvre ein, während wieder andere seiner polygamen Partnerinnenwahl nachspüren. Mir haben vor allem Alfred Springers Untersuchung des wissenschaftlichen Werks und Mathias Bormuths Vergleich von Gross und Max Weber unter dem Titel »Grenzen