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Der Band thematisiert die Emigration der Psychoanalyse von Berlin in das rettende Exil. Die Beiträge des Themenschwerpunkts entstanden für den 45. Internationalen Psychoanalytischen Kongress in Berlin 2007.
Zur Einführung bietet Ulrike May (Berlin) eine dichte Zusammenschau zur Entwicklung der Psychoanalyse in Berlin 1920-1936. Sie differenziert zwischen ausländischen Kollegen, die zur Ausbildung nach Berlin kamen; Analytikern, die um 1930 Berlin verließen, um sich im Ausland ein neues Wirkungsfeld zu suchen; und anderen, zumeist jüdischer Herkunft, die ab 1933 fliehen mussten. Eine Zahl sei genannt: Hatte das Berliner Institut 1932 56 Mitglieder, so waren es 1936 nur noch acht. Es werden die Struktur sowie die wichtigsten Persönlichkeiten des Instituts dargestellt.
Ken Robinson (Newcastle) beschreibt den Einfluss des Berliner Instituts auf die British Psychoanalytical Society. In Berlin ausgebildet wurden u. a. Edward Glover, Sylvia Payne und Ella Sharpe, die in Großbritannien als Lehrer und Ausbilder großen Einfluss hatten. Ihr therapeutisches und theoretisches Wirken wird erörtert.
Für mich besonders anregend war der Beitrag von Eran J. Rolnik (Tel Aviv) über die Etablierung der Psychoanalyse im jüdischen Palästina. Das Land bot sich als Projektionsfläche für europäische Wünsche und Utopien an, wobei eine Spannung sichtbar wird zwischen dem zionistischen Ideal einer kollektiven jüdischen Identität und einem stärker individualistischen westeuropäischen Selbstverständnis. Bedingt durch die Ankunft Max Eitingons im Jahr 1934 sowie einiger weiterer Berliner Kollegen, entwickelte sich die psychoanalytische Vereinigung Palästinas rasch. Die Emigranten sahen sich als »rechtmäßige Erben des Berliner Instituts« (S. 66). Rolnik beschreibt die Rezeption Freud'scher Ideen sowie den bemerkenswerten Einfluss Bernfelds auf die zionistisch-sozialistische Bewegung Hashomer Hazair. Heute hätten die therapeutische Praxis sowie die pädagogischen und literarischen Erfolge der Psychoanal