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Nach den Mitscherlich-Arbeiten von Martin Dehli und Tobias Freimüller, beide 2007 erschienen und im strengen Sinn keine Biographien, sondern eher problemorientierte historiographische Studien, hat Timo Hoyer ein Jahr später ein umfangreiches Werk über Alexander Mitscherlich vorgelegt, das noch am ehesten das Etikett Biographie verdient, obwohl es bescheiden als »Porträt« daherkommt. Es dürfte ziemlich selten und vom Zufall bestimmt sein, dass einer prägenden intellektuellen Figur der frühen Bundesrepublik, die Mitscherlich ohne Zweifel war, innerhalb Jahresfrist gleich mehrere ambitionierte Bücher gewidmet werden - zuletzt erlebte man das 2003 zum hundertsten Geburtstag Adornos.
Der Zufall, dass drei jüngere Wissenschaftler unabhängig voneinander denselben Gegenstand erforschen, hat freilich seine Tücken. Dehli und Freimüller entdeckten während ihrer Arbeit noch rechtzeitig den Parallelismus ihrer Unternehmungen und grenzten Zeitraum und Fragestellung gegeneinander ab, so dass sie sich trotz gewisser Überschneidungen am Ende sinnvoll ergänzten. Hoyer war diese Möglichkeit versperrt. Noch während er für seine Mitscherlich-Biographie recherchierte, erschienen die von der Kritik zu Recht gelobten Bücher von Dehli und Freimüller. Dem Autor blieb nichts anderes übrig, als aus dem misslichen Umstand, dass das Forschungsfeld