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Wie oft hat man sich nicht schon gewünscht, man könnte außergewöhnlich gute Zeitungsartikel aufheben! Manchmal schneidet man sie sogar aus, aber - wohin damit? Spätestens an diesem Punkt gibt man in der Regel auf mit dem Gedanken, dass das Leben aus einer unabsehbaren Reihe verlorener Eindrücke besteht. Mit den vor allem in der FAZ und der FR abgedruckten Berichten über psychoanalytische Tagungen von Caroline Neubaur, Religionswissenschaftlerin und freie Autorin aus Berlin, mag es einigen Lesern so gegangen sein. Diese Texte sind keine einfachen inhaltlichen Referate, sondern sie sind getragen von einer kämpferischen Haltung, was die Notwendigkeit der Psychoanalyse für ein Selbstverständnis der Gesellschaft betrifft, und zeugen dabei von einer großen Gelehrsamkeit in Religionswissenschaft, Philosophie und Geschichte. Die Autorin denkt mit und bringt Eigenes ein. So verwischt sich mitunter die Grenze zwischen Bericht und Kommentar, was aber aufgehoben wird in der Einsicht, dass das Objektive stets durchdrungen ist vom Subjektiven und umgekehrt - eine Klaviatur, auf der Neubaur brillant zu spielen versteht.
Caroline Neubaur hat seit 1975 zunächst unregelmäßig, zwischen 1989 und 2007 dann regelmäßig psychoanalytische Kongresse besucht, vorwiegend die der DPV und der IPA, und in großen Tageszeitungen und im Rundfunk über sie berichtet. Ihr Buch Der Psychoanalyse auf der Spur versammelt diese Texte in einem schweren Band. In ihrer Berichterstattung versteht sich Neubaur als »Beobachterin der historischen Veränderungen in der theoretischen und praktischen Selbstwahrnehmung der Psychoanalyse«. Vier historische Entwicklungen, so ihr im Vorwort formuliertes Resümee, bildeten sich in den Beiträgen der Kongresse ab: der Fall der Mauer, die Weiterbildung der Psychoanalyse durch Klein, Bion und Winnicott, das Aufkommen der Neurowissenschaften und das Durcharbeiten der NS-Geschichte. Die letztere Thematik scheint eine besondere Quelle für Neubaurs leidenschaftliches Interesse an d