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Gravitationszentrum der in diesem Buch versammelten Beiträge sind Aufzeichnungen, die die Großmutter der Herausgeberin von ihrer ca. dreimonatigen Analyse bei Freud gemacht hat. Die knapp 30 Druckseiten umfassenden Notizen - fachkundig von Ernst Falzeder ediert - sind eher skizzenhaft als systematisch, geschweige denn vollständig. Es handelt sich um »Bruchstücke« einer Analyse, deren Kontext und detaillierter Ablauf letztlich im Dunkeln bleibt. Diese Schwierigkeit wird von den meisten der 16 Autoren benannt, die eingeladen waren, »frei und unvorbelastet« ihre Meinung zu dem Tagebuch zu äußern. Einleitung und Beitrag der Herausgeberin erzählen, wie es zu dessen Entdeckung kam. Ungeschminkt schildert die Enkelin die Konflikte, in die sie der Fund versetzt hatte, und die daraus resultierende mentale Odyssee; immerhin vergingen bis zur Publikation fast 20 Jahre. Desto mehr dürfen sich die wissenschaftliche Öffentlichkeit und alle, die sich für die Geschichte der Psychoanalyse interessieren, dankbar fühlen, dass nun den bekannten Beschreibungen von Freuds analytischer Praxis ein weiterer Baustein zugesellt wird. Freilich unterscheidet sich dieses Analysetagebuch von anderen darin, dass es wahrscheinlich nicht mit dem expliziten Ziel einer späteren Veröffentlichung geschrieben wurde.
Der am Anfang platzierte Beitrag des inzwischen verstorbenen Paul Parin nimmt in dem Band eine besondere Stellung ein. Wegen seiner Erblindung war Parin von Anna Koellreuter und ihrer Schwester Claudia Roth interviewt worden, nachdem ihm zunächst Koellreuters Aufsatz und anschließend das Tagebuch vorgelesen worden war. Schon an diesem Interview zeigen sich Stärken und Schwächen des vorliegenden Bandes. Einerseits bot die Aufforderung, quasi der freien Assoziation zu folgen, den Beiträgern die Chance, sich dem Gegenstand ganz subjektiv anzunähern und der Kreativität freien Lauf zu lassen, was teils der Spekulation Tür und Tor öffnete, teils zu überraschenden Ergebnissen führte. Andererseits bes