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Nach dem Briefwechsel zwischen Groddeck und Sándor Ferenczi (siehe meine Besprechung in LUZIFER-AMOR, Heft 39, S. 165-167) hat Michael Giefer im Auftrag der Georg Groddeck-Gesellschaft nun auch eine Edition der Freud-Groddeck-Korrespondenz vorgelegt. Da diese Briefe schon 1974 von Margaretha Honegger erstmals publiziert wurden, konzentriere ich mich hier auf die Unterschiede zur Erstausgabe (= EA) und auf die Präsentation. Insbesondere gehe ich nicht weiter auf die Bedeutung dieser Quelle ein, auf die Beziehung zwischen Freud und Groddeck und auf dessen Rolle und Ausstrahlung - sei es als enfant terrible im »wilden Heer« der Psychoanalyse, als Anziehungspunkt für eine ganze Anzahl von Schlüsselfiguren (von Ferenczi über D. H. Lawrence bis Frieda Fromm-Reichmann), als Pionier der Psychosomatik oder als charismatisch-eigenwilliger Sanatoriumsbesitzer und Literat. Dies sei sozusagen vorausgesetzt.
Die vorliegende Edition enthält gegenüber der EA mehr Material, vor allem zwei sehr ausführliche Briefe Groddecks, von denen der vom 23. November 1922 besonders aufschlussreich ist als Reaktion auf den Berliner IPV-Kongress, bei dem Freud erstmals seinen Begriff des »Es« vorstellte, den er in abgewandelter Bedeutung von Groddeck usurpiert hatte. Alle abgedruckten Stücke werden, wie man es von der Ausgabe der Groddeck-Werke kennt, in einer aufwendig-originalgetreuen, textkritischen Form vorgestellt. In einem Anhang sind Entwürfe dreier Briefe an Freud und einige zusätzliche Briefe (von Hans Liebermann und Edoardo Weiss, von und an Hattingberg, an Emmy von Voigt, ein Glückwunschschreiben der WPV und ein Dankschreiben an die IPV) sowie die Grabreden von Oskar Pfister, Philipp Sarasin und Medard Boss aufgenommen. Andererseits fehlen mit einer Ausnahme all jene Briefe, die im Anhang der EA abgedruckt worden waren. Lesefehler