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Der Nervenarzt und Psychoanalytiker Antonie Westerman Holstijn hat vor und nach dem Zweiten Weltkrieg einen großen Einfluss auf das psychoanalytische Leben in Holland ausgeübt. Nach dem medizinischen Examen wurde er Assistent bei Jelgersma in Leiden und erwarb die Mitgliedschaft der Niederländischen Psychoanalytischen Vereinigung. Dann übersiedelte er nach Amsterdam, arbeitete am Liébault-Institut bei van Renterghem und van der Chijs und eröffnete schließlich eine Privatpraxis, in der er bis zum Ende seines Arbeitslebens tätig war. Er fühlte sich als richtiger Amsterdamer.
1929 promovierte Westerman Holstijn bei Jelgersma, mit dem er auf gutem Fuß stand, zum Doktor der Medizin. 1934 wurde er Privatdozent an der Universität Amsterdam. Mit kleinen Unterbrechungen durch die deutsche Besatzung während des Kriegs setzte er diese Tätigkeit fort, bis er 1952 an derselben Universität ein Lektorat (Assistenzprofessor) für medizinische Psychologie erhielt. Seine Vorlesungen behandelten psychoanalytische Themen. Seine Bücher (neben der Dissertation noch fünf, alle auf Niederländisch) sind oft aus seinen Vorlesungen hervorgegangen. In den 30er Jahren hat er auch auf Französisch und Englisch, vor allem aber auf Deutsch publiziert (er hatte in jungen Jahren ein Semester in Würzburg studiert).2 Mehr als 20 Jahre saß Westerman Holstijn im Vorstand der Vereinigung für Psychiatrie und Neurologie. Später wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Er erhielt viele nationale und internationale Auszeichnungen.
Als van Ophuijsen in den 30er Jahren eine Spaltung der Niederländischen Psychoanalytischen Vereinigung herbeiführte (siehe Stroeken 2009), war Westerman Holstijn entschieden dagegen. Er gehörte auch dem Versöhnungskomitee zur Aufhebung der Spaltung an. Aber schon vor dem Wiederzusammenschluss 1938 verließ er die Vereinigung, weil er das Ganze satthatte. Nach dem Krieg, in der zweiten Hälfe der 40er Jahre, gab es Verhandlungen mit der Niederländischen Vereinigung über seinen Wiedereintritt,