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Bücher und Zeitschriften waren für die Verbreitung der Erkenntnisse Freuds und seiner ersten Anhänger von elementarer Bedeutung. Das hat die österreichische Historikerin, Kuratorin und ehemalige Leiterin der wissenschaftliehen
Abteilung des Wiener Freud-Museums, Lydia Marinelli (1965-2008), frühzeitig erkannt und in einer als Dissertation konzipierten Arbeit im Einzelnen untersucht. Gut ein Jahr nach ihrem Tod ist eine Gesamtausgabe ihrer Schriften in drei Bänden erschienen, in der diese Arbeit erstmals zugänglich gemacht wird, neben einer Sammlung von verstreut publizierten Aufsätzen und einer Neuauflage der Untersuchung über die Traumdeutung, die Marinelli gemeinsam mit Andreas Mayer vorgelegt hat.
In dem erwähnten Band, Psyches Kanon, arbeitet Marinelli die Geschichte des Internationalen Psychoanalytischen Verlags auf, der auch die psychoanalytischen Zeitschriften herausbrachte, und zeigt, wie sehr sich Freud für diesen publizistischen Ableger seiner Bewegung engagierte. Denn Freud war sich der Bedeutung des Schreibens und Veröffentlichens - im Gegensatz zur weithin behaupteten Vorrangstellung der Mündlichkeit - für die Entstehung der Psychoanalyse als Wissenschaft und für die Schaffung einer psychoanalytisch interessierten Öffentlichkeit von Anfang an bewusst. Um sich alle verlegerischen Optionen offenzuhalten, investierte er die Honorare aus den Verkäufen seiner eigenen Bücher in die »Firma«, wie er den Verlag auch nannte. Dabei handelte es sich um keine geringen Summen, wie man aus Marinellis Kapitel über »psychoanalytische Bestseller« erfährt. Ihre genaue Untersuchung der Auflagenziffern beweist, dass sich Freuds Werke sehr gut verkauften: So wurde die Traumdeutung schon ab der 2. Auflage zu einem nachgefragten Sachbuch, und allein die 11. Auflage der Psychopathologie des Alltagslebens belief sich auf 27.000 Stück.
Jedoch lenken Zahlen und Anekdoten rund um Freud allzu sehr von Marinellis Forschungsansatz ab, ist ihr doch insbesondere daran gelegen, der Gesch