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Im 8. Band seiner 1992 begonnenen Buchreihe stellt Ludger M. Hermanns Autobiographien von vier weiteren renommierten PsychoanalytikerInnen vor. Insgesamt liegt damit ein gewaltiger Schatz von 48 Selbstdarstellungen vor, die noch weithin der wissenschaftlichen Auswertung harren. Die jetzigen Autoren gehören zur Altersgruppe um den Jahrgang 1930. Bei ihrer Auswahl ist der Herausgeber dem Kriterium treu geblieben, eine Verankerung im deutschen Sprachkreis vorauszusetzen. Das trifft für Karl König und Peter Kutter voll, für Marion Oliner und Yecheskiel Cohen nur für ihre frühe Herkunft zu; denn als Kinder jüdischer Familien mussten sie ihre Heimat schon in ihrer Kindheit verlassen und gelangten nach Jahren der Verfolgung in die USA bzw. nach Israel. Alle Lebensläufe spiegeln vor allem die frühen Erfahrungen mit dem Nationalsozialismus in Deutschland wider. Sie dokumentieren die Zerrissenheit, den Neubeginn und Aufbruch des vergangenen Jahrhunderts. Die Texte sind spannende Zeugnisse für die vielfältigen Impulse, Anwendungen und Weiterentwicklungen der Psychoanalyse in unterschiedlichen Ländern.
Mit Karl König ist erstmals ein Mitglied der Deutschen Psychoanalytischen Gesellschaft in der Buchreihe vertreten - jener DPG, die 1938 aufgrund der Einwirkungen des Nationalsozialismus die Mitgliedschaft in der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung verlor und sie erst 2009 wiedergewann. Sein auch schriftstellerisch herausragender Beitrag zeigt einen interessanten Zugangsweg zur Psychoanalyse, nämlich dem per exclusionem nach zahlreichen suchenden Etappen in breiten Bereichen der medizinischen Wissenschaften. Ähnlich ist es Peter Kutter ergangen. Sein Weg zur Psychoanalyse war mit der Wiederaufnahme der alten Stuttgarter Ausbildung verbunden und weist deren synthetisch-eklektische Zuflüsse auf, später solche aus Heidelberg, Frankfurt und Tübingen. Aus beiden Schilderungen erfahren wir auch, wie Psychoanalytiker in Deutschland zur Anwendung von Psychoanalyse in Gruppen, zu