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Solange das seit Jahren angekündigte Biographische Lexikon zur deutschen Psychoanalyse (siehe ) noch nicht erschienen ist, greift man erwartungsvoll zu neuen Lexika, Handbüchern etc. aus Nachbargebieten, um die eine oder andere Information über weniger bekannte deutsche Psychoanalytiker zu gewinnen. In dieser Hinsicht ist der Ertrag des hier zu würdigenden Projekts begrenzt. Unter den darin angeführten jüdischen Berliner Kassenärzten lassen sich nur zwölf PsychoanalytikerInnen ausmachen: Moses Barinbaum, Kilian Bluhm, Franz Cohn, Irene Haenel-Guttmann, Edith Jacobssohn, Otto Juliusburger, Erich Kraft, Max Levy-Suhl, Heinrich Löwenfeld, Hildegard Maas, Käthe Misch und Ernst Schweitzer. Auch wenn sie vielleicht nicht lückenlos erfasst sind, hängt die geringe Zahl damit zusammen, dass, neben der frühzeitigen Emigration, nicht wenige als Mitarbeiter der Poliklinik des Berliner Psychoanalytischen Instituts keine Kassenzulassung benötigten bzw. diese als sogenannte ausländische Juden auch gar nicht bekommen konnten.
Aber zunächst zum Projekt selbst: Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin hat im Rahmen eines mehrjährigen Forschungsprojekts unter der Leitung von Rebecca Schwoch die Lebens-, Berufsund Verfolgungsgeschichte aller bisher nachgewiesenen 2018 Berliner jüdischen Kassenärzte 1933-1945 dokumentiert. Das Forschungswerk zerfällt in zwei Einzelbände. Im einen wird von Judith Hahn und R. Schwoch die Geschichte der Berliner Kassenärztlichen Vereinigung im Nationalsozialismus dargestellt. Nach der Gleichschaltung der ärztlichen Standesvertretungen ab Februar/März 1933 wurde die Ausschaltung jüdischer und kommunistischer Kassenärzte ab 22. April 1933 auf dem Verordnungsweg geregelt. Es kam zu Gewaltaktionen mit Verschleppung und Folter. Die Autorinnen beschreiben die bürokratischen Schikanen und existenzbedrohenden Maßnahmen mit bedrückender Anschaulichkeit anhand von Einzelschicksalen. Mit der Reichsärzteordnung von 1935 war die »Neuordnung des ärztlichen Berufsstandes in