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Freuds Liebe zu seinen Söhnen und Töchtern ist längst bekannt (siehe etwa Jones , S. 454-456), doch die hier vorliegenden Briefe an seine fünf älteren Kinder bezeugen sie ausgiebig und in bewegender Weise.1 Mit wenigen Ausnahmen (vor allem einigen Grüßen an die Enkel) stammen alle hier versammelten Stücke aus einer Zeit, als die Kinder ihre ersten Schritte in die Unabhängigkeit machten oder bereits erwachsen waren. Gegenbriefe der Kinder sind kaum erhalten, und die gebotenen Auszüge rechtfertigen die Entscheidung des Herausgebers, eine Auswahl daraus zu treffen. Der Band zeigt also fast ausschließlich Freud als Verfasser von Briefen an seine erwachsenen Kinder und deren Ehepartner. So gut wie alle vorhandenen Briefe sind abgedruckt; nur einige wenige, die schon an anderer Stelle veröffentlicht waren (siehe etwa ) und die nicht die Vater-Kind-Beziehung betreffen, wurden weggelassen.
Die Aufnahme der Briefe an die Schwiegertöchter und -söhne war besonders glücklich, weil man an ihnen erkennt, wie sehr Freud die Partnerwahl seiner Kinder akzeptierte. In der Spannung zwischen der Überzeugung, dass seine Tochter ihren Mann selbst aussuchen solle, und der Besorgnis, dass sie noch zu jung für die Ehe sei, teilte Freud Mathilde seine Bedenken bezüglich Robert Hollitscher offen mit. Die erhaltene Korrespondenz mit »Math« und »Rob« ist nicht umfangreich, zeigt aber, dass er später zumindest seinen Frieden mit der Wahl seiner Tochter gemacht hatte - und jedenfalls unterstützte er das Paar, als Roberts Geschäfte schlecht gingen (S. 28).
Seine Beziehung zu Max Halberstadt, dem Mann von Sophie, war viel wärmer. Max, ein entfernter Verwandter von Martha Freud, hatte seinen späteren Schwiegervater schon fotografiert, bevor er Sophie kennenlernte, und dessen erster persönlicher Brief an ihn, nachdem ihn die Tochter von ihrer Partnerwahl informiert hatte - »Wir verstanden, dass wir somit als überflüßig […] erklärt seien« - ist zu Recht berühmt für seinen Charme und Takt (S. 468 f.). Na