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Erich Fromm ist bis heute umstritten. Ein unkonventioneller Typ von Psychoanalytiker, schrieb er nicht nur Weltbestseller zu allgemeinen Problemen der menschlichen Leidenschaften wie die Kunst des Liebens, Haben oder Sein und Die Flucht vor der Freiheit, sondern engagierte sich auch politisch im linken Spektrum. So arbeitete er in der Anti-Atom-Bewegung und versuchte in den 1960er Jahren, in den USA eine sozialistische Partei zu gründen.
25 Jahre lang bildete Erich Fromm Psychoanalytiker in Mexiko-City für Lateinamerika aus und verband diese Ausbildung mit sozialer Feldarbeit der Kandidaten im mexikanischen Dorf. Außerdem berücksichtigte er in seinen Analysen die Psychologie des ZEN-Buddhismus, war selbst in Meditationstechniken geschult und vertrat die Selbstanalyse als lebenslängliche Praxis ehemaliger Patienten.
Weil er aber kein Buch über seine psychoanalytische Praxis geschrieben hat, nahmen ihn viele Praktiker nicht ernst. Diese Lücke versucht Fromms Nachlassverwalter Rainer Funk mit dem vorliegenden Buch zu schließen. Er gliedert es in vier Kapitel: Das erste enthält Beiträge aus dem Nachlass von Fromm zu seiner therapeutischen Praxis;