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Die Themenschwerpunkte der Hefte von LUZIFER-AMOR werden gewöhnlich nicht aktiv konzipiert, sondern in Reaktion auf die Forschungslage, soweit der Herausgeber sie kennt, bestimmt. Dabei werden eingegangene Manuskripte und laufende Arbeitsprojekte berücksichtigt, aber ergänzend auch Autoren zu Arbeiten angeregt, oft in Verbindung mit dem Angebot, ihnen einzelne Quellenstücke zur Auswertung verfügbar zu machen. Manchmal jedoch will sich die gegebene Lage nicht zu einem klaren Thema konstellieren. Das war beim vorliegenden Heft der Fall. Es hätte auch einfach, wie die Rubrik der nicht themengebundenen Beiträge in jedem Heft, »Aus der Forschung« heißen können. Da aber der größere Teil des aufzunehmenden Materials einen dezidiert biographischen Bezug hat (was natürlich für viele Beiträge in LUZIFER-AMOR gilt), konnte letztlich ein etwas profilierterer Titel gewählt werden.
Die Schwerpunkt-Beiträge gliedern sich in zwei Gruppen. Drei Texte gehören zur Freud-Biographik. Ihnen allen ist gemeinsam, dass sie einen Quellenkomplex präsentieren, der es verdient, zwar nicht in der Form einer schulgerechten Edition, aber doch mit ausführlichen Zitaten vorgestellt zu werden. Der erste bringt Exzerpte aus einem Interview, das K. R. Eissler mit Hans Lampl, einem Freund der Freud-Kinder, geführt hat. Der Charme von Lampls Erzählung liegt darin, dass Freud hier mit den Augen eines Jugendlichen gesehen wird, ohne die mythische Aura, die »der Professor« in der psychoanalytischen Bewegung gewann. Wer hat bisher so respektlos den zivilisatorischen Abstand zwischen Freud, dem Sohn eines ostjüdischen Migranten, und seiner Frau, einer Tochter aus dem Hamburger jüdischen Bürgertum, beschrieben? Nebenbei lässt die Quelle erkennen, welche Schätze das von Eissler für die Freud Archives zusammengetragene bzw. in der Form von Interviews oder schriftlichen Erinnerungen gezielt evozierte Material noch birgt. Die viel gescholtenen Sperrfristen, mit denen es belegt wurde und die allmählich auslaufen, ha