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Berlin empfing die Teilnehmer diesmal mit einem sonnig-kalten Bilderbuchwetter und einer Führung zu einigen geschichtsträchtigen Plätzen der Charité durch Peter Vogelsänger. Der Eröffnungsvortrag fiel Christfried Tögel zu: Wie Emmy von N. identifiziert wurde. Kurt Eisslers und Ola Anderssons Recherchen (nachzulesen in diesem Heft von LUZIFER-AMOR). Bernhard Küchenhoff und Michael Schröter: Sigmund Freud und Eugen Bleuler - Zur bevorstehenden Edition ihres Briefwechsels weckten die Neugier der Zuhörer auf die 79 Briefe (Bleuler: 53; Freud: 26), deren Publikation Manfred Bleuler jahrzehntelang verhindert hat und die demnächst der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Schröter skizzierte, wie Freud mit dem Versuch scheiterte, Bleuler als renommierten Psychiater für die Sache der Psychoanalyse zu vereinnahmen. Dieser war nicht bereit, die Offenheit des wissenschaftlichen Diskurses vereinspolitischen Erfordernissen, die er als sektiererisch empfand, zu opfern. Anschließend bot Küchenhoff einen Einblick in den theoretischen Dissens zwischen Freud und Bleuler am Beispiel der Psychosen und des Autismus.
Der Vormittag des nächsten Tages wurde durch Hans Georg Reicheneder: Elemente der zeitgenössischen medizinischen Forschung in Freuds Traum von Irmas Injektion eingeleitet. Wenngleich dem versierten analytischen Zuhörer inhaltlich kaum Neues geboten wurde, präsentierte Reicheneder doch einige Traumelemente in einer Weise, die es nahelegt, dass Freud sich latent zur zeitgenössischen medizinischen Avantgarde zählte, repräsentiert durch die Erforscher der Infektionskrankheiten. Gerhard Fichtner und Albrecht Hirschmüller: Gedankensplitter - Gedankenkeime. Freuds Notizbüchlein aus den Jahren 1901 bis 1910 stellten zehn Notizbücher Freuds mit ihrer Fülle von mehr oder weniger verständlichen Kürzeln und Aphorismen vor. Auch dieser Beitrag wird im vorliegenden Heft abgedruckt. Inge Weber: »… ich vergesse nie die Gabe, womit Sie in meinem Leben als der Freund dastanden.« Lou Andrea