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Im Berliner Collegium Hungaricum fand am 14.-15. 11. 2008 eine Tagung statt, auf der sich Psychoanalytiker, andere Wissenschaftler und Künstler zur Situation der Psychoanalyse in Ungarn und der DDR zwischen 1945 und 1990 äußerten. Der Inhalt der Vorträge wurde in LUZIFER-AMOR schon in Heft 43 zusammengefasst. Daher seien nur kurz vier Aspekte benannt, die eine Lektüre des nun vorliegenden Tagungsbandes interessant machen.
Zunächst: Es gibt wohl keine vergleichbare deutschsprachige Reflexion der jüngeren Psychoanalysegeschichte Ungarns, so wie sie hier über mehr als zwei Drittel des Buches von sieben Autoren vorgenommen wird. Dadurch, dass als Referenten Zeitzeugen gefunden wurden (André Haynal, der 1956 aus Ungarn emigrierte, beginnt den Bogen seines Vortrags sogar mit dem Jahr ), konnten alle Etappen dieser Geschichte kompetent und authentisch dargestellt werden.
Zum zweiten führt die Gegenüberstellung Ungarn - DDR vielfach zu interessanten Resultaten. In den 1950er Jahren der DDR wurde die Psychoanalyse, wie der Zwickauer Analytiker Arndt Ludwig es formuliert, »ideologisch