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Zum Manuskript: Die »Kritische Einleitung« ist undatiert. Die Entstehung des Texts zog sich über mehrere Jahre hin und verlief keineswegs stetig. Aus dem Briefwechsel zwischen Freud und seiner Braut wissen wir, dass die Arbeit daran bereits Anfang Dezember 1885, während Freuds Aufenthalt in Paris bei Charcot, begann. Ende Januar 1886 hatte er den »ersten Teil«, die Einleitung und die Besprechung der Architektur des Rückenmarks, fertiggestellt (siehe oben, S. 7 f.). Nach der Rückkehr aus Paris beschäftigte sich Freud weiter mit dem Gegenstand der Gehirnanatomie, auch nachdem er seine Praxis eröffnet hatte (vgl. Menninger 2011; 2012)1. Er führte anatomische Demonstrationen durch, hielt einschlägige Vorträge und schrieb an der »Kritischen Einleitung« weiter. Es ist zu vermuten, dass ihm die Arbeit aufgrund der Komplexität des Themas des zweiten und letzten Teils seiner Schrift, der Architektur des Großhirns, weniger leicht von der Hand ging. Aus einem Satz gegen Ende des erhaltenen Manuskripts (S. 29), der auf eine »spätere« Erörterung verweist, wird ersichtlich, dass der Text gemessen an den Intentionen des Autors Fragment geblieben ist.
Im Oktober 1887 bot Freud einen Kurs für Gehirnanatomie für drei Ärzte aus dem Ausland an. Einer von ihnen war Wilhelm Fließ, ein Hals- und Nasenarzt aus Berlin, dem der Ruf eines »sehr bedeutenden Menschen« vorausgeeilt war (Freud u. Bernays , S. 195). Möglicherweise war es Fließ, der Freud ermutigte, das alte Projekt wieder aufzugreifen und den Text doch noch als Monographie zu publizieren. Dass das Manuskript unter den persönlichen Papieren von Fließ gefunden wurde, aber nirgendwo in den erhaltenen Fließbriefen ausdrücklich erwähnt wird, könnte bedeuten, dass Freud es Fließ noch in Wien während des Kurses überlassen hat. Wenige Wochen später berichtete er diesem (Freud , S. 4; Brief vom 24. 11. 1887): »Ich bin gleichzeitig mit drei Arbeiten beschäftigt, unter welchen auch die Gehirnanatomie ist. Der Verleger