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Nicht wenige Biografien zeigen uns eine Figur, nicht aber den Grund, vor dem sie sich abhebt. Hier ist es umgekehrt. Bernd Bocian zeigt uns (in der überarbeiteten Fassung seiner Berliner Dissertation, die auf Fortsetzung angelegt ist) die Milieus, in denen sein Held sich bewegte, an denen er teilhatte oder durch die er hindurchging. Doch der »Begründer der Gestalttherapie«, »der sich in seinen letzten Lebensjahren äußerlich als eine Mischung aus Rabbi, Weihnachtsmann und Rasputin, mit weißem Rauschebart und Latzhose präsentierte« (S. 17), verliert sich immer wieder in der Menge der herbeizitierten Generationsgenossen, seiner Vorläufer und seiner wirklichen oder vermeintlichen Geistesverwandten. Oft bürgt nur ein Zitat aus einem Brief oder aus dem Bericht eines Zeitzeugen dafür, dass Perls auch »dabei war« oder »sich in diesen Kreisen bewegte«. Die Verbindung zwischen den verschiedenen Kontexten und der Person, die von ihnen geprägt wurde und ihnen auch wieder entwuchs, ist oft eine allzu schwache. Person, Werk und Milieu fallen auseinander, sind noch kaum miteinander verschränkt. So enthält das Buch interessante Vorarbeiten, doch deren Integration zu einer wirklichen Biografie steht aus.
Perls gehörte zu jener Generation deutsch-jüdischer Intellektueller und Bohemiens, die auf die Katastrophe des Ersten Weltkriegs und auf die ihnen verweigerte »Assimilation« reagierten, indem sie der bestehenden »Kultur«, die ohne Krieg und Pogrom nicht auskam, den Kampf ansagten und eine »ganz andere« imaginierten. Von den Nazis aus Deutschland verjagt, hatten nicht wenige der Überlebenden noch die Kraft, das Neue, das ihnen vorschwebte, für uns, ihre Erben, auszuformulieren - in Gestalt neuer Philosophien, neuer Kunst und Therapie. Bocian geht es darum, in einer Reihe von Exkursen die »expressionistische« Opposition gegen die »wilhelminische« Lebensform, das Grauen der »Materialschlachten«, den »dadaistischen« Protest dagegen, den »weißen« Terror, den Sieg der Nazi-Bewegung, die Ze