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Ich bin gebeten worden, zum Themenheft der Psyche über die Hundertjahrfeier der Psychoanalyse in Deutschland, in dem die Beiträge namhafter Autoren zu einer Tagung vom 5.-7. März 2010 in Berlin abgedruckt sind, eine Rezension zu schreiben. Als ostdeutsche Psychoanalytikerin stürzt mich diese ehrenvolle Anfrage in Konflikte. Ich habe die Geschichte, die da verhandelt wird, bis 1990 nicht geteilt, und die Geschichte der ostdeutschen Psychotherapie bis 1990 und der nachfolgenden Etablierung der Psychoanalyse im Osten Deutschlands wird in dem Heft »ausgespart« - wie es Werner Bohleber wenigstens kurz erwähnt. Werden meine Fassungslosigkeit und Kränkung darüber meinen Text nicht zu sehr einfärben, wird nicht die aggressive Reaktion auf das Nichtwahrgenommenwerden und das Ausgeschlossensein zu spüren sein? Es gibt nur den Weg, diese Themen offen anzusprechen.
Wir ostdeutschen Psychoanalytiker sind ja Kummer gewohnt. Weder bei dem IPV-Kongress 2007 in Berlin noch bei der 60. Tagung der DGPT 2009 am gleichen Ort wurde die ostdeutsche Psychotherapie-Geschichte in öffentlichen Vorträgen oder eigenen Teilnehmerbeiträgen an Podien präsent. Dabei wurde ich selbst 2007 von ausländischen Kollegen mit Fragen zur DDR und zur deutschen Vereinigung geradezu bestürmt. Zu beiden Zeiten existierten schon sechs psychoanalytische Institute als freie Institute der DGPT in den neuen Bundesländern, und es gibt seit 1990 eine lange Geschichte von Begegnungsarbeit zwischen ostdeutschen Psychotherapeuten und westdeutschen Psychoanalytikern: beginnend mit der historischen Einladung von Vertretern aller Westberliner Institute ins Ostberliner Haus der Gesundheit 1990 über die West-Ost-Symposien der DPV 1993-2009 bis zur Übergangsregelung für Ostpsychotherapeuten zur Mitgliedschaft in der DGPT, die in jahrelange gemeinsame Fallsupervisionen in den Lehranalytikerkonferenzen mündete.2 Trotzdem waren wir 2009 im historischen Teil des Jubiläums-Programms der DGPT nicht vorgesehen, wurden im Festvortrag n