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Das Buch ist eine Dissertation, die der argentinische Autor bei Elisabeth Roudinesco in Paris verfertigt hat. Es behandelt drei aufeinander bezogene Sachzusammenhänge: 1. die Entstehung der französischen wissenschaftlichen Psychologie in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und ihre Transformation in eine psychoanalytische Psychologie durch Daniel Lagache; 2. das Aufkommen einer »offiziellen«, d. h. kleinianischen Psychoanalyse in Argentinien ab den 1940er Jahren und die Erweiterung der psychoanalytischen Perspektive auf Gruppen, Institutionen und die Gesellschaft; 3. den französischen Einfluss ab Ende der 1950er bis Mitte der 1960er Jahre auf drei herausragende Figuren der argentinischen Psychoanalyse, José Bleger, Luis Maria Ravagnan und Oscar Masotta.
In seiner Skizze der französischen Psychologie von Janet bis Ribot und Piéron setzt sich Dagfal vor allem mit dem Verhaltensbegriff (»conduite«) bei diesen Autoren und dann bei Lagache auseinander. Sie haben den Begriff, der später auch in Argentinien Bedeutung gewann, vor und unabhängig von den Behaviouristen entwickelt.
Ein Vorabdruck dieses ersten Teils (Essaim, 9 , S. 33-51) hat Dagfal heftige Kritik seitens der Töchter von Lagache und mehrerer prominenter Psychoanalytiker - Laplanche, Pontalis, Widlöcher - eingebracht (Essaim, 10 , S. 175-190). Strittig ist vor allem, inwieweit Lagache, der immer auch von Janet beeinflusst blieb, in seinem Bemühen, Psychoanalyse als Psychologie auszuweisen und auf einer Einheit der Psychologie zu beharren, der Psychoanalyse treu blieb. Außerdem, wie sein Verhalten während der Besetzung Frankreichs durch Nazideutschland zu beurteilen ist. Dagfal sieht Lagache diesbezüglich kritisch. Er sei zwar kein Pétainist gewesen, habe sich aber zur Verfolgung seiner Interessen den Umständen angepasst (S. 74). Die Kritik an dieser Einschätzung überzeugt nur begrenzt, wenn etwa Laplanche prinzipiell einwendet, wer über eine Person schreibe, müsse von vornherein eine Sympathie für sie empfinde