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Die Zeitschrift LUZIFER-AMOR - der Titel bezeugt die findige Sprachlust ihres ersten Herausgebers und Verlegers Gerd Kimmerle - wurde 1987 gegründet. Damals erlebte die historische Beschäftigung mit der Psychoanalyse eine Hochblüte. Mehr oder weniger gleichzeitig entstanden zwei weitere Institutionen des Feldes, das Symposion und das Archiv zur Geschichte der Psychoanalyse. Während die ambitionierteren nicht-deutschen Sprösslinge des damaligen Kairos, die Revue Internationale d'Histoire de la Psychanalyse und die sie tragende Association, inzwischen untergegangen sind, existieren die deutschen Gründungen bis heute. LUZIFER-AMOR erscheint mit dem vorliegenden Heft zum 50. Mal. Zur Feier dieses Jubiläums wurde, unter Mitwirkung von Dominic Angeloch, ein Gesamtregister für alle bisherigen Hefte erarbeitet.
Ein Blick in die dort wiedergegebenen Inhaltsverzeichnisse macht sofort klar, dass die Zeitschrift nur fortbestehen konnte, weil sie sich verändert hat. Ausdruck dessen waren nicht zuletzt die Wechsel der Herausgeber, unter denen neben Gerd Kimmerle (H. 1-32) vor allem Ludger M. Hermanns (H. 16-32) zu nennen ist. Zu Beginn waren die Themen grundsätzlicher, höher fliegend, weiter gespannt. Man hegte vor 25 Jahren vielfach die Hoffnung, dass die Beschäftigung mit der Geschichte zu einer kritischen Befruchtung der gegenwärtigen Psychoanalyse und zu einer Beförderung ihrer sozialen Relevanz beitragen könnte. Diese Hoffnung war sehr von Wünschen geprägt. Tatsächlich hat sich die psychoanalysehistorische Arbeit im Sinne normaler Wissenschaftsgeschichte professionalisiert und spezialisiert, eine Entwicklung, die LUZIFER-AMOR sowohl gespiegelt als auch mitgestaltet hat. Der Gewinn an Forschungssubstanz, der dadurch sicher erzielt wurde, ging einher mit einem ebenso zweifellosen Verlust an wissenschaftstheoretischer Tiefe, thematischer Breite und Nähe zu aktuellen psychoanalytischen Diskursen. Die Abonnentenzahlen sind im Zuge dieses Prozesses, ob durch ihn bedingt oder nicht,