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Das Zentrum des nachfolgenden Beitrags bildet eine Edition aller erhaltenen Freud-Briefe an Kata und Lajos Lévy.1 Vorangeschickt wird eine biographische Skizze über die beiden Lévys und ihren Sohn Willi,2 mit Auszügen aus weiteren unveröffentlichten Archivalien und nicht zuletzt einem Abdruck von Freuds Briefen an Willi Lévy. Als Anhang werden Katas Erinnerungen an den Sommer 1918 publiziert, den sie in der Nähe Freuds verbrachte.3
Die ersten Briefe Freuds an Kata Lévy, die Schwester Anton v. Freunds,4 stammen vom Sommer 1918. Freud verbrachte damals den größeren Teil seiner Ferien mit Frau und Tochter Anna in der Hohen Tatra. Da die für ihn vorgesehenen Zimmer erst im August frei wurden, hatte v. Freund ihn und Anna eingeladen, den Juli über in seiner Villa in Budapest zu wohnen (während Martha Freud in Norddeutschland ihre Tochter Sophie besuchte). Die Rolle der Gastgeberin übernahm Kata, die dann ebenfalls in die Hohe Tatra nachkam. Sie setzte dort »ambulatorisch« die analytischen Gespräche mit Freud fort, die im Juli in Budapest begonnen hatten und die 1920 in Wien lege artis weitergeführt wurden (May 2006, S. 74-76, 93).5