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Die Idee hat Charme: eine umfangreiche »Freud-Blütenlese« (S. 15), eine Sammlung von »Zitaten, Maximen, Prophezeiungen, Warnungen, Bonmots und Witzen« (S. 13) aus Freuds Feder vorzulegen. Gut auch, dass nicht nur die Werke, sondern desgleichen die Briefe berücksichtigt, und sinnvoll, dass die Zitate nach Themenkreisen gruppiert wurden (etwa »Persönliches und Zwischenmenschliches«, »Wien und die Welt«, »Eros und Sexualität« oder »Kult und Religion«).
Bei einem brillanten und geschliffenen Formulierer wie Freud ist so ein Vorhaben fast eine win-win-Situation. Tatsächlich macht das Schmökern in dem Bändchen Spaß. Neben berühmten Aussagen und alten Zitat-Freunden findet sich auch weniger Bekanntes; der Bogen spannt sich von ganz leichter Kost (»O na nie«; S. 101) bis zu schwererer: »Niemals sind wir ungeschützter gegen das Leiden, als wenn wir lieben« (S. 96).
Und doch bleiben einige Wünsche offen. Über die Auswahl der Zitate lässt sich sicher ebenso trefflich wie fruchtlos streiten; darum soll es hier auch gar nicht gehen. Fragwürdig erscheint mir jedoch, dass relativ viele, auch wichtige und »zitatträchtige« Korrespondenzen ignoriert wurden (etwa die Briefe an Abraham, Pfister, Andreas-Salomé, Anna Freud, Jones oder Eitingon, geschweige denn bisher unveröffentlichte). Als verwirrend habe ich es empfunden, dass die Zitate pêle-mêle aus den verschiedensten Jahren vermischt werden, so dass z. B. auf eines von 1914 eines aus 1894 folgt, dann solche aus 1924, 1915, 1909, 1935, 1895 usw. (S. 118 f.). Dies erschließt sich dem Leser aber erst, wenn er bei den Belegen nachschlägt, wobei er zusätzlich noch wissen muss, wann das jeweilige Werk erstmals erschienen ist, da durchgehend auf spätere Ausgaben verwiesen wird (z. B. Jenseits des Lustprinzips 1947 oder Warum Krieg? ). NichtspezialistInnen, die ja das Zielpublikum darstellen, haben somit keine Möglichkeit zu erkennen, ob sie z. B. etwas vom 28- oder vom 80-jährigen Freud lesen. Damit wird auch die Zielsetzung, »eine unverzi