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Der Briefwechsel zwischen Freud und Rank ist ein wichtiger Briefwechsel. Es ist sehr erfreulich, dass er nun endlich vorliegt, wenn auch vorerst nur in englischer Übersetzung. Damit sind alle Korrespondenzen, die Freud mit den Mitgliedern des »geheimen Komitees« geführt hat (außer Sachs), veröffentlicht. Einer der Bearbeiter der neuen Edition ist James Lieberman, der 1985 eine Biographie von Rank publizierte.
Otto Rank, geboren 1884, war ein Maschinentechniker, der in seiner Freizeit alles las, was er in die Finger bekam, darunter auch die Traumdeutung. 1905 wurde er von Adler in die »Mittwoch-Gesellschaft« eingeführt und Freud vorgestellt. 1906 legte er ein Manuskript »Der Künstler« vor, von dem Freud sehr beeindruckt war. Freud sorgte dafür, dass Rank mit einem Stipendium das Gymnasium besuchen konnte, und machte ihn im Oktober 1906 zum Sekretär der Mittwoch-Gesellschaft. Tatsächlich fungierte Rank seitdem als Freuds persönlicher Sekretär.
Damit ist ein Problem der Herausgeber des vorliegenden Bandes benannt. Von 1906 bis 1926 lebten Freud und Rank meist am gleichen Ort. Sie schrieben sich nur, wenn einer von ihnen oder beide verreist waren, also sehr unregelmäßig. Es gibt lange Perioden, in denen kein einziger Brief zwischen ihnen gewechselt wurde. Die Herausgeber haben dieses Problem so gelöst, dass sie die vorhandenen Briefe in eine eigene Erzählung einbetteten: eine neue Rank-Biographie, in der alle Briefe Vorkommen. In den Zwischentexten wird viel aus anderen Korrespondenzen zitiert, die in der letzten Zeit erschienen sind. Die Briefe, die Freud und Rank einander geschrieben haben, werden in diesem Format nur sehr beschränkt annotiert. So werden z. B. die vorkommenden Personen nicht erläutert.
Im Übrigen haben die Herausgeber etwas Merkwürdiges getan. Sie haben für den Leser entschieden, welche Briefe wichtig sind und welche nicht. Die letzteren »minor letters« werden am Ende des Bandes abgedruckt, weil sie den Gang der Erzählung gestört hätten. Ich fand diesen