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Die Mitarbeit Freuds an Villarets Handwörterbuch der Gesamten Medizin ist durch das Mitarbeiterverzeichnis bezeugt. Die Beiträge sind aber unsigniert. Nach ersten Hinweisen auf Freuds Autorschaft bei bestimmten Artikeln, zunächst durch ihn selbst für »Gehirnanatomie« und »Aphasie«, folgten weitere Zuschreibungen für Beiträge wie »Hysterie« oder »Lähmung« durch Ernst Kris, den Heidelberger Neurologen Paul Vogel und durch Johann Georg Reicheneder. Manche davon blieben strittig. Die Dissertationsarbeit von A. Menninger (Medizinerin und erfahrene Psychotherapeutin) unter der Mentorschaft des kürzlich verstorbenen Medizinhistorikers Gerhard Fichtner widmet sich vor allem den Artikeln über die Hirnnerven »Abducens«, »Accessorius« und »Facialis«. Mit Hilfe einer Textanalyse, dem Vergleich mit anderen Freud-Schriften und werkhistorischen Bezügen gelingt es der Autorin, Freud als Urheber dieser Artikel zu identifizieren (bei »Facialis« speziell für den Abschnitt »Die zentrale Facialisparese« und den Unterartikel »Facialiskrampf«). Andere neurologisch-neuroanatomische Beiträge dagegen (z. B. »Gehirn. II. Physiologie«) werden überzeugend anderen Autoren zugeordnet (vgl. Menninger ).
Einige der mit Sicherheit Freud zugewiesenen Artikel wie »Aphasie«, »Hysterie« oder »Lähmungen« berühren sich eng mit späteren Freud-Schriften, etwa der Aphasie-Monographie von 1891 oder der Studie »Quelques considérations« von 1893. Sie werden von Menninger an den Anfang von Freuds theoretischem Entwicklungsprozess gestellt, der zunächst durch seine »Verwicklungen« in die Theorien seiner Lehrer Theodor Meynert wie Jean-Martin Charcot gekennzeichnet war und in einer »sukzessiven Loslösung« auf die eigene Theoriebildung zusteuerte (S. 38). In »Quelques considérations« findet sich auch eine Schlüsselaussage des Villaret-Artikels »Facialis«: das Fehlen der Facialislähmung bei der Hysterie sei das entscheidende Moment gegenüber der organischen Hemiplegie. Auch andere dort aufgeführte Beobachtungen Freud