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Unter den Töchtern und Söhnen Freuds waren jeweils die jüngsten am erfolgreichsten. Nun ist nicht nur Anna, sondern auch ihr Architektenbruder Ernst einer Monographie für würdig erachtet worden.
Volker Weiter schildert zum einen die berufliche Laufbahn von Ernst Freud: sein Studium in Wien und München, seine Architektentätigkeit in Berlin und in London (ab ). Die Berliner Jahre erscheinen als eine Glanzzeit zahlreicher Aufträge, die sowohl Häuser (insgesamt 8), ein Fabrikgebäude und Renovierungen als auch innenarchitektonische Ausstattungen bis hin zu einzelnen Möbelstücken umfassten. Ernst Freuds Kunden rekrutierten sich überwiegend aus dem gehobenen jüdischen Bürgertum. Einen Teil seiner Aufträge verdankte er den durch seine Heirat mit einer reichen Kaufmannstochter gestifteten Verbindungen; ein anderer kam aus Psychoanalytikerkreisen. So schuf er ein Haus für Hans Lampl, entwarf für Ernst Simmel die Innenausstattung des Tegeler Sanatoriums oder für den Industriellen Johannes Ruths, während dessen Analyse bei Freud, eine Büroausstattung. In England konnte Ernst Freud nochmals beruflich Fuß fassen; in den sechs Jahren bis 1939 baute er je zwei Privat- und Multi-Apartment-Häuser; hinzu kamen 13 Renovierungen. Dann aber brachte der Krieg einen Einschnitt: in den 25 Jahren von 1940 bis 1965 kamen nur noch 3 Privathäuser, 4 Multi-Apartment-Häuser und 11 Renovierungen hinzu. Die wichtigsten seiner Arbeiten, soweit sie bekannt sind, werden in einem Anhang von Welters Buch aufgelistet (S. 173-205), einige im Text genauer beschrieben.
Darüber hinaus verortet Welter