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Der Herausgeber der vor 20 Jahren gestarteten Buchreihe, Ludger M. Hermanns, ist aufgrund seiner vielfältigen Tätigkeiten auf dem Feld der Psychoanalysegeschichte vorzüglich sachverständig für die Präsentation des nunmehr 9. Bandes. Darin finden sich keine eigentlichen Autobiografien, sondern die Ergobiografien von vier renommierten Psychoanalytikern, darunter eine Frau, sowie deren berufliche Lebenswege. In eindringlichen Texten der 1926, 1933, 1934 und 1938 Geborenen spiegeln sich frühe Stadien der Entwicklung, der Zerstörung, des erneuten Aufbruchs, der Weiterentwicklung und Anwendung der Psychoanalyse in einem Jahrhundert voller Kulturbrüche. Dies wird in Hans Müller-Braunschweigs persönlicher Zusammenschau zum Thema »Nazi-Zeit, Carl Müller-Braunschweig und die Psychoanalyse« besonders eindrucksvoll entwickelt.
Mit den Beiträgen zu diesem Band liegt jetzt ein unermesslicher Schatz von insgesamt 52 Selbstdarstellungen vor. Sie sind der wissenschaftlichen Auswertung zugänglich, beispielsweise zu Fragen der Bezogenheit von Leben und Werk, der Bezogenheit von eigenen frühen Entwicklungsverstörungen (z. B. Adoption, Kriegsausbruch, berufliche narzisstische Projektion der Eltern, NS-Verfolgung) und Ausbildungsschicksal bzw. endgültiger beruflicher Spezialisierung sowie zu Fragen der Determinanten von Konkurrenz und Komplementarität zwischen (Sozial-)Psychiatrie, Psychoanalyse und Psychotherapien in ihren verschiedenen Anwendungsfeldern und schließlich zwischen Psychoanalyse und Kulturanalyse. Den Rezensenten drängt es, schon an dieser Stelle einen der Schätze zu heben:
Überraschenderweise gestattet die Zusammenstellung des vorliegenden Bandes eine eindrucksvolle Komparatistik. Dadurch, dass Evelyne Schwaber