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Wininger untersucht in seiner Arbeit die Rezeption der Psychoanalyse in der akademischen Pädagogik, wie sie sich vor allem seit Beginn des 20. Jahrhunderts als eigenständige Wissenschaft herausgebildet hatte. Mit der Einrichtung universitärer Lehrstühle in den deutschsprachigen Ländern wuchs das Bemühen, Wissensbestände aus dem eigenen Fachgebiet für Lehre und Forschung zugänglich zu machen und sich damit auch für den wissenschaftlichen Disput mit anderen Disziplinen auszuweisen. Diesem zweifachen Ziel: Selbstvergewisserung innerhalb des jungen Fachs und Präsentation von Fachwissen in den interdisziplinären Dialog hinein, dienten neben monographischen und systematischen Arbeiten vor allem einschlägige Handbücher, Wörterbücher und Enzyklopädien mit ihren breiten Themenspektren. Wininger hat aus diesem gelehrten Fundus sechs Werke unterschiedlicher religiöser bzw. weltanschaulicher Prägung ausgewählt, wobei er auf ausgeglichene Repräsentanz der drei deutschsprachigen Länder Wert legte.
Die Arbeit ist in fünf Teile gegliedert. Während Teil I Problemstellung und methodisches Vorgehen beschreibt und Teil II einen historischen Abriss der akademischen Pädagogik innerhalb des Zeitfensters 1900-1945 bietet, steht die Untersuchung der Psychoanalyserezeption in der Pädagogik entlang der ausgewählten Werke als Teil III im Mittelpunkt der Arbeit. Einer vergleichenden Auswertung der Ergebnisse und dem Ausblick auf Forschungsdesiderate sind die Teile IV und V gewidmet.
Wininger behandelt vor allem Stichwortartikel aus dem Umfeld früher psychoanalytischer Darstellungen, dann auch verwandte Begriffe aus Tiefenpsychologie, Individualpsychologie, analytischer Psychologie, Psychiatrie und Pädiatrie, ferner aus Nachbarwissenschaften