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In meinem Artikel über die ersten holländischen AnalysepatientInnen habe ich geschrieben, dass zwei Schwestern van der Linden bei Freud in Analyse gewesen seien (Stroeken 2010). Diese Aussage hat sich als unzutreffend erwiesen. Nur eine von ihnen war bei Freud: Petronella (Nel). Der Name »Debruine« hingegen, der in Freuds Patientenkalender für den Zeitraum vom 16. Dezember 1910 bis zum 25. Februar 1911 verzeichnet ist, bezieht sich nicht auf ihre Schwester Nouda, sondern auf deren Mann, den Chirurgen Jan Rudolf De Bruïne Groeneveldt aus Leiden. Das geht aus der Korrespondenz zwischen Freud und Jung hervor, in der De Bruïne Groeneveldt unter dem Kürzel »Dr. G« erscheint (Mitteilung von M. Schröter; siehe auch Schröter 2013, S. 31, Anm. 7). Die Behandlung von »Dr. G« begann demnach schon im Frühjahr 1910. Durch diese Richtigstellung gewinnt die ganze Geschichte, die ich erzählt habe, einen logischeren Zusammenhang.
Ich weiß nicht sicher, ob De Bruïne Groeneveldt nach seiner Eskapade im Casino von Monte Carlo in Analyse gegangen ist, bei der er das Äquivalent von 1,2 Millionen Euro verspielte. Wahrscheinlich handelte es sich um Geld von Nel, die unter seiner Vormundschaft stand. Der Gedanke liegt nahe, dass die Analyse darauf folgte. Das Geld floss in die Taschen der Familie Blanc, zu der die Mutter von Marie Bonaparte gehörte (Stouten 2011). Die Rückzahlungsregelung erstreckte sich über seinen Tod im Jahr 1942 hinaus. Informationen über diese Geschehnisse erhielt ich von Noudas Enkelinnen aus zweiter Ehe. Nouda war über den Verlust sehr verärgert, und ihre Ehe wurde am 24. Juli 1911, kurz nach der Behandlung bei Freud, offiziell geschieden; das Leidsch Dagblad brachte eine entsprechende Notiz bereits am 12. Juni 1911.
Aus dem Holländischen von Hertha Wollenberg