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Anfang 2010 sind die Rechte an Freud frei geworden. Seitdem sprießen überall Neuausgaben seiner Schriften aus dem Boden, ob wissenschaftliche Erstveröffentlichungen aus den Manuskripten wie in LUZIFER-AMOR, kostenlose Internet-Texte wie in der Collection of the International Psychoanalytic University Berlin (unter archive.org) oder Reclamhefte. Die zuletzt genannten Publikationen sind verdienstvoll und nützlich - die Reclamhefte wegen ihrer Sacherläuterungen, die Internet-Texte u. a. deshalb, weil man viele Schriften in mehreren Auflagen bekommt -, aber sie sind editorisch belanglos, da sie entweder die Originaldrucke oder den Wortlaut der Gesammelten Werke (GW) reproduzieren (die besseren Fassungen der Studienausgabe = StA scheinen durch ein eigenes Copyright geschützt zu sein). Nicht anders verfährt die hier angezeigte CD-Edition.
Es handelt sich um die umfangreichste aller bisherigen Freud-Ausgaben. Für dieses Ziel wurde einiger eigener editorischer Aufwand betrieben, was das Missbehagen an einem Unternehmen mildert, das ansonsten eher von fremder Arbeit schmarotzt. Das Missbehagen ist daran schuld, dass die vorliegende Besprechung erst jetzt erscheint; die späte Wahrnehmung einer partiellen editorischen Leistung lässt eine Anzeige nun doch gerechtfertigt erscheinen.
Die CD, deren verantwortliche Redakteure ungenannt bleiben (man stößt nur auf die Notiz »Lektorat und Indizierung: Susanne Boeck«), enthält zunächst den kompletten Textbestand der GW, Bd. 1-17. Das wäre unter editorischem Aspekt, obwohl die Texte in einer neuen, bisweilen irritierenden thematischen Anordnung geboten werden, nicht weiter der Rede wert. Darüber hinaus aber haben sich die Verantwortlichen die Freud-Bibliographie von Meyer-Palmedo und Fichtner vorgenommen (die sie über weite Strecken mit einigen Modifikationen kopieren) und den größten Teil der dort verzeichneten sonstigen Veröffentlichungen (außer Briefen) erfasst. So findet man endlich die voranalytischen Schriften Freuds einschließl