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Wo der Leser den an sich schon wichtigen Briefwechsel zwischen Anna Freud und August Aichhorn in einer guten Edition erwartet, findet er zu seinem Erstaunen weit mehr. Thomas Aichhorn stellt die Briefe in einen Zusammenhang mit der Entwicklung der Psychoanalyse und der psychoanalytischen Pädagogik in Wien und darüber hinaus. Er schildert die biographischen Wege der beiden Schreiber bis zur Auflösung der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung (WPV) und danach in der Emigration in London bzw. im Überstehen der Zeit des Nationalsozialismus in Wien bis 1945. Es folgt die Darstellung der Wiederaufnahme alter Verbindungen nach Kriegsende, deren Erschwerung durch noch unzureichende Postwege und innere Vorbehalte in den Briefen sehr greifbar wird.
Insofern wirkt der Titel des Buches, der »lediglich« (und auch das wäre schon verdienstvoll genug) die Edition der Korrespondenz zwischen A. Freud und Aichhorn suggeriert, missverständlich. Eigentlich bietet Thomas Aichhorn, unter Einbeziehung von umfangreichem Quellenmaterial weit über den Briefwechsel selbst hinaus, eine Geschichte der psychoanalytischen Pädagogik