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Dies ist das erste Heft der neuen »Ära«, in der LUZIFER-AMOR wieder zwei Herausgeber hat, die sich ab jetzt in der Verantwortung für die Hefte abwechseln und dementsprechend das jeweilige Editorial zeichnen. Der ebenfalls neu hinzugekommene »Redakteur Rezensionen« hat im vergangenen Herbst seine Tätigkeit aufgenommen.
Im diesmaligen Themenschwerpunkt ehrt LUZIFER-AMOR mit Ulrike May eine der wichtigsten deutschsprachigen AutorInnen im Bereich der Psychoanalysegeschichte. Über den Wert ihrer sorgfältig-intensiven theoriegeschichtlichen Studien, die immer wieder zu unerwarteten Ergebnissen führen - so zuletzt in Bezug auf Jenseits des Lustprinzips und die Konzeption von Todestrieb und Eros -, mögen andere urteilen; über die Eigenart, den Charme ihrer Arbeitsweise stellt Esther Fischer-Homberger in diesem Heft einige Reflexionen an. Sie entstanden für ein Symposion, das am 7. September 2013, zwei Monate post festum, zum 70. Geburtstag von Ulrike May im Literaturhaus Berlin veranstaltet wurde, mit Vorträgen von KollegInnen, denen sie sich besonders verbunden fühlt. Drei dieser Vorträge bilden den Schwerpunkt des vorliegenden Hefts. Ein vierter von Friedl Früh: »Auf Freuds Spuren - Eine Fallstudie zum Begriff des Autoerotismus« konnte leider nicht publiziert werden.
Den Auftakt macht Michael Molnar mit einem neuen Beispiel seiner Kunst, aus kleinsten Materialstücken große Zusammenhänge und tiefsinnige Überlegungen zu entwickeln. Es geht darin um eine psychotische Episode im Leben von Theodor Gomperz, dem späteren Gönner Freuds, anlässlich seiner Werbung um die Hand der Stieftochter von J. S. Mill. Von diesem Erlebnis schlägt Molnar einen Bogen zu Gomperz’ damaligem Forschungsprojekt, der Rekonstruktion des Werks eines antiken Philosophen aus Papyrus-Fragmenten, und zu Mill's Erfahrungsphilosophie, deren Anhänger er war. - In ihrer Arbeit über Pierre Janet als Historiker erschließt Esther Fischer-Homberger einen ganzen intellektuellen Kontinent, der bisher - z. T. aus sprac