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Dieses Buch enthält die Beiträge der dritten und letzten Tagung, die von DPV und Collegium Hungaricum Berlin zu Aspekten der Psychoanalysegeschichte in Deutschland und Ungarn gestaltet wurde.1
Den Fokus des Bandes bildet ein Geschehen, das für die europäische Geschichte des 20. Jahrhunderts und speziell für die der Psychoanalyse große Bedeutung hatte: die Emigration. Den Auftakt macht ein selbst Betroffener. Der Analytiker Imre Szecsödy berichtet, wie er 1956, nach dem niedergeschlagenen ungarischen Aufstand, nach Schweden floh und was ein solcher erzwungener Neuanfang für ihn und andere Emigranten bedeutete: Er verlor »sein existenzielles Sicherheitsgefühl«, »seinen Platz in der Gesellschaft, den er innehatte durch die Zugehörigkeit zur Nation, zur sozialen Klasse, zur Familie und zu seinem traditionellen Wertesystem, zu seinen Idealen und zwischenmenschlichen Beziehungen«. Meistens sei daraus sozialer Abstieg gefolgt, oft Isolation.
Die Historikerin Marita Krauss informiert danach über die deutschsprachige Emigration nach 1933 und ihre Auswirkungen auf die Internationalisierung des Wissenschaftsbetriebs im Allgemeinen und speziell bei den Mathematikern. - Ferenc Erös konkretisiert das anschließend für die Psychoanalytiker, bezieht zugleich die Flüchtlingswelle ein, die die »linke« Revolution in Ungarn und deren »rechte« Niederschlagung bereits 1918/19 ausgelöst hatten. Er verweist auch darauf, dass durch die aus Europa nach 1933 in die USA eingewanderten Analytiker »nicht nur die psychoanalytische Kultur verbreitet und erweitert, sondern auch die Psychoanalyse selbst der amerikanischen Kultur ›angepasst‹ wurde, mit allen längerfristigen Konsequenzen«, inklusive der »Erstickung des ursprünglich radikalen gesellschaftskritischen Geistes der Psychoanalyse«. Bedauerlicherweise ist das die einzige Stelle im gesamten Buch, an der diese verhängnisvolle Entwicklung kritisch gewürdigt wird.
Teils bisher (zumindest in der deutschsprachigen Literatur) unbekannte Zahlen und Doku