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Hans v. Hattingberg gehört zu den namhaften deutschen Psychotherapeuten
der 1920er Jahre, die sich in kritischer Nähe zur Psychoanalyse bewegten. Gegenläufig etwa zu Max Levy-Suhl, der sich zuletzt der Freud-Schule anschloss, trat er nach langjähriger Zugehörigkeit wieder aus. Seine historische Bedeutung zeigt sich daran, dass er 1927 eine gewichtige Darstellung der Psychoanalyse veröffentlichte (in Birnbaums Handbuch Die psychischen Heilmethoden). Nach 1933 war er ein markanter Vertreter der »Neuen deutschen Seelenheilkunde«. Während dieser Abschnitt seiner Tätigkeit bisher schon recht gut erforscht war, blieb sein vorangegangener Weg eher schattenhaft. Es ist sehr zu begrüßen, dass die Arbeit von Katharina Keifenheim, die sich auf viele archivalische Quellen stützt, diese Lücke schließt.1
1906, als promovierter Jurist, wurde Hattingberg von Forel für den Hypnotismus gewonnen. Sein Zweitstudium der Medizin beendete er . Schon zuvor hatte er eine tragende organisatorische Rolle im Internationalen Verein für medizinische Psychologie und Psychotherapie gespielt, jenem ersten Anlauf zu einem Zusammenschluss aller Psychotherapeuten, der 1926/28 in der Allgemeinen Ärztlichen Gesellschaft für Psychotherapie seine erfolgreichere Fortsetzung fand. 1911 gehörte Hattingberg zu den Gründern der kurzlebigen IPV-Ortsgruppe München; 1919 trat er der Wiener Gruppe bei. Er hielt 1913, 1920 und 1922 Vorträge auf psychoanalytischen Kongressen; die letzten wurden in der IPV-Leitung bereits skeptisch betrachtet. Es war und blieb charakteristisch für Hattingberg, dass er sich bei betonter Wertschätzung Freuds um eine selbständige Haltung zur Psychoanalyse bemühte. Sein Widerspruch bezog sich auf eine übertriebene »Sexualdeutung« und ab 1925, nachdem ein erster Versuch der Niederlassung in Berlin in eine Krise gemündet war, vor allem auf die Missachtung des Religiösen.
Hattingbergs Beziehung zur Psychoanalyse ist ein leitender Aspekt in Keifenheims Untersuchung. Ein zweiter ist das Verhä